HORIZONT.netHORIZONTjopswww.HORIZONTstats.de
HORIZONT.NET
29.05.2009

PR-Affäre

von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

GPRA wehrt sich gegen Schmuddelimage von Public Relations


GPRA-Präsident Alexander Güttler kritisiert Schwarze Schafe 

GPRA-Präsident Alexander Güttler kritisiert Schwarze Schafe

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) bezieht Stellung zu der PR-Affäre bei der Deutschen Bahn. In einer Pressemitteilung distanziert sich Verbandschef Alexander Güttler deutlich von Manipulationsversuchen bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. "Fingierte Leserbriefe oder manipulierte Umfragen haben mit seriöser PR nicht das geringste zu tun. Diese sind rechtlich wie ethisch nicht vertretbar und gleichzeitig der komlett falsche Ansatz für langfristigen Erfolg", so Güttler.
 
Innerhalb der GPRA sei dies unumstritten und ein Handeln, wie jetzt bei der Bahn zutage getreten, nicht die Praxis renommierter PR-Agenturen. "Gegen unseriöse Praktiken gehen wir aktiv vor", sagt Güttler. Aber leider sei die Berufsbezeichnung PR-Berater nicht geschützt.
Im Zusammenhang mit der PR-Affäre bei der Bahn tauchen in der Presse die Namen von zwei Dienstleistern auf, die für das Unternehmen tätig gewesen sein sollen. Zum einen wird das Lobby-Netzwerk European Public Policy Advisers (EPPA) genannt, zum anderen die Berliner "Denkfabrik" Berlinpolis. Beide waren für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.
 
Die Agentur Pleon, die ebenfalls im PR-Bereich für die Bahn tätig ist, und zum Beispiel die Kommunikation zum mittlerweile abgesagten Börsengang begleitet hat, distanziert sich ausdrücklich von den aktuellen Vorgängen. "Wir haben damit nichts zu tun. Zudem lehnt Pleon solche Machenschaften ab. Wir haben einen Code, der solch ein Vorgehen explizit ausschließt", erklärt Agenturchef Frank Behrendt. Auch vonseiten der Bahn heißt es, dass Pleon nichts mit den verdeckten PR-Maßnahmen zu tun hat.
 
Unterdessen hat sich auch der Geschäftsführer von Berlinpolis Daniel Dettling geäußert. In einer Presseerklärung distanziert er sich von den Vorwürfen. Alleiniger Vertragspartner der Deutschen Bahn sei EPPA gewesen, zuständiger Ansprechpartner bei Berlinpolis der frühere Geschäftsführer Rüdiger May, von dem man sich bereits 2008 wegen "unterschiedlicher Auffassungen" getrennt habe. Von wem Berlinpolis seine Aufträge für die Bahn erhalten hat, lässt das Schreiben offen. Betont wird indes, dass Berlinpolis weder von der Bahn noch von EPPA "in Auftrag gegebene Leserbriefe, Beiträge in Online-Foren, Blog-Beiträge oder vorproduzierte Medienbeiträge für die Website Meinebahndeinebahn.de erstellt hat".
 
Berlinpolis-Chef Dettling war einer der Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (Degepol). Der Verband weist in einer Presserklärung aber darauf hin, dass Dettling schon 2003 aus der Degepol ausgeschieden ist. Deshalb könne man ein mögliches Fehlverhalten auch nicht selbst sanktionieren. Gleichzeitig kündigt Degepol-Vorsitzender Dominik Meier an, dass der Verband den Deutschen Rat für Public Relations anrufen werde. mam 
Artikel posten bei:
Twitter Facebook Google LinkedIn Xing

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (1)
Klaas Kramer sagte am 02.06.2009 um 13:40

Grenzen der PR

Wenn Pressemitteilungen von Juristen getextet werden, ist das eine Bankrotterklärung für die PR in besagten Fällen

Weitere Nachrichten aus Agenturen vom 29.05.2009:

Rapp Germany wird Daihatsu-Agentur
Universal McCann gewinnt BMW Nordamerika
Henkel schließt Rahmenvertrag mit Stagg & Friends ab
McCann-Erickson entwickelt Mastercard-Spot
NRW-Imagekampagne startet in der Türkei
Standpunkt Kommunikation und Sumo arbeiten zusammen

Zur Übersicht
Kreation

Die meist geklickten Kampagnen der letzten 30 Tage:

In eigener Sache
banner.jpg
Aufruf zur Ranking-Teilnahme
Ranking der inhabergeführten Werbeagenturen
Am 22. März 2012 erscheint das Ranking der größten inhabergeführten/unabhängigen Werbeagenturen in Deutschland. Am Ranking beteiligen können sich alle Agenturen, die mindestens 25 Prozent ihres Gross Income mit klassischer Werbung erzielen. Die Teilnahmeunterlagen mit dem Fragebogen gibt es hier.
HORIZONTJobs
Stellenmarkt

1.140 Stellenangebote und 787 Bewerberprofile

Kreation

Krüger Chai Latte

Aktuelle Etats
Kreationsnewsletter
kreationsnewsletter_teaser.jpg
Der HORIZONT.NET Kreationsnewsletter
Der wochentägliche Newsletter HORIZONT.NET Kreation bietet Kreativen, Mediaplanern und Marketern neben den aktuellsten Kampagnen auch interessante Marktdaten wie den Branchencheck und die Werbeinsel des Tages.
Das bietet der Kreationsnewsletter
Jetzt bestellen
HORIZONT auf Facebook
Kreation des Monats
logo_kreationdesmonats_teaser.jpg
Auf HORIZONT.NET wird zwölfmal im Jahr die Kreation des Monats gekürt. Anders als bei traditionellen Awards entscheidet keine aus Experten zusammengesetzte Jury über die Werbekampagnen, sondern die HORIZONT.NET-Nutzer selbst. Diese können jeweils für ihren Favoriten abstimmen. Zur Abstimmung