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Frank Behrendt: Denk ich ans Network in der Nacht ...



Frank Behrendt (Foto: Fischer-Appelt) 

Frank Behrendt (Foto: Fischer-Appelt)

... bin ich um den Schlaf gebracht. Ja, es wird eng für die Networks. Aber: Nicht für alle und auch nicht überall. Schwieriger wird es vorwiegend in erwachsenen Märkten. Deutschland ist so einer. Da zählt die Rocket Science aus der globalen Welt nicht mehr so viel wie früher.
 
In der guten alten Zeit – ich kann mich noch lebhaft erinnern – war es obersmart, wenn die deutschen Networkableger ein paar heiße Kreativstars aus New York einfliegen ließen. Die haben dann den Kunden im Beisein der Regionalfürsten mal erzählt, was es so an Hot Stuff Neues gibt in der großen weiten Werbewelt. Das hat mächtig Eindruck geschunden, der Kunde war "deeply impressed" und hat die Business-Class-Tickets durchgewunken und den Etat aufgestockt. Da sahen die lokalen Inhaberschmieden oft alt aus, weil Kreation made in Düsseldorf, Hamburg oder München (Berlin gab es da ja noch gar nicht wirklich auf der Agenturlandkarte) irgendwie doch nach bodenständiger Hausmannskost schmeckte.
Das hat sich geändert, jeder mittelständische Marketingleiter lässt sich internationale Inspiration rund um die Uhr auf das Smartphone senden, außerdem ist Deutschland in Sachen Kreativität längst auf Weltniveau. Ein weiteres Problem: Die guten Typen in den Networks wurden und werden durch global gesteuerten Administrationswahnsinn sauergekocht. Statt bei Kunden als Architekt an der Kampagne zu planen, sitzen sie mit den Controllern am Rechner und buddeln in der Einspargrube nach dem letzten Prozentpunkt zum Erreichen der Margen-Vorgabe.
 
Doch genau wie so mancher erfolgreicher Traditionsverein im Fußball durch haarsträubende Fehler in der Versenkung verschwand und doch irgendwann wieder auftauchte, werden auch die Networks natürlich nicht untergehen. Sie werden sich neu erfinden. Wenn sie denn rechtzeitig aufwachen. Bis dahin: Eine geruhsame Nacht! Frank Behrendt
 
Der Autor ist Vorstand bei der inhabergeführten Agenturgruppe Fischer-Appelt. Davor war er Deutschland-CEO des PR-Networks Ketchum Pleon
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