14.05.2009
Agenturvergütung
Bezahlung erst nach 120 Tagen: Das halten Agenturmanager vom Inbev-Vorstoß
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14.05.2009
Ein Zeitraum, der deutlich länger ist als bislang üblich – und zwar nicht nur in den USA: „120 Tage haben wir noch nicht erlebt“, berichtet GWA-Schatzmeister und Publicis-Finanzchef Erwin Bakker. Es gebe aber bereits die Tendenz, dass die Kunden immer längere Zahlungsfristen ansprechen und einfordern. „Die Inbevisierung ist bei uns schon in vollem Gang“, bestätigt Stephan Rebbe von Kolle Rebbe in Hamburg. In der Folge wächst die Gefahr, dass gerade kleine Agenturen in eine finanzielle Schieflage geraten. Die Szenarien der Experten reichen von zwischenzeitlichen Liquiditätsengpässen über Einschränkungen bei Investitionen und Innovationen bis hin zur Unternehmensaufgabe.
Florian Haller, Geschäftsführer von Serviceplan:
"Es gab auch bei uns in der Vergangenheit Kunden, die ein längeres Zahlungsziel angestrebt haben. Und in einzelnen Fällen gehen wir auch darauf ein. 120 Tage ist allerdings ein außergewöhnlich und verdächtig langer Zeitraum. Ich sehe das im Großen und Ganzen sehr rational. Wenn ein Kunde ein spätes Zahlungsziel wünscht, dann muss man sich schlichtweg über die Kapitalkosten einerseits und das unternehmerisches Risiko andererseits unterhalten."Zu den weiteren Statements von Werner Bitz, Karen Breitenbücher, Erwin Bakker, Horst Wettlaufer, Lothar Leonhard, Stephan F. Rebbe, Christian Tiedemann und Peter John Mahrenholz:
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- Marketing 27. April 2009: Kein Honorar mehr: Coke will Agenturen nur nach Leistung bezahlen
Matt sagte am 14.05.2009 um 10:50
das werde
ich heut Abend beim Feierabendbier genauso machen. "Hey Schorsch, machma 2 Astra. Ich zahl die dann Mitte August!"
chris lowe sagte am 14.05.2009 um 15:05
Dann zahlen wir unser Bier...
...auch erst nach 120 Tagen und bringen die leeren Flaschen zurück! Gute Idee! Mein Getränkehändler freut sich schon ein Loch in den Bauch!
Konrad sagte am 14.05.2009 um 15:33
Verdächtig
Wer solche Zahlungsziele vorschlägt, ist wohl selbst nicht mehr so richtig flüssig. Besonders schlecht für einen Getränkekonzern...
astra sagte am 14.05.2009 um 16:34
Rechenschieber für Matt
Schorsch bekommt die Kohle für die 2 Astra erst Mitte September.
Den sagte am 14.05.2009 um 17:24
die Telekom
hat dieses Zahlungziel bereits. Neu ist das nicht. Wielange es wohl dauert bis ich nicht mehr telefonieren kann, bei Nichtbezahlung meiner Telefonrechnung!
Hans P sagte am 14.05.2009 um 21:42
... und alle machen mit
Solange es genügend Dienstleister gibt, die diesen Blödsinn mitmachen, kann Inbev sich das erlauben. Bei solchen Bedingungen sollten schlicht die Geschäftsbeziehungen runtergefahren werden. Und wer das ausnutzen will, sollte deutlich gebrandmarkt werden. Von einer Geschäftsbeziehung auf Augenhöhe kann da ja nicht mehr die Rede sein. In Deutschland gibt es noch immer den verfassungrechtlichen Grundsatz Sittlichkeit von Geschäftsvereinbarungen; sowas dürfte da mindestens schwer auf der Kippe stehen. Einfach nicht machen. Punkt.
The Saint sagte am 15.05.2009 um 07:57
Einverstanden
Aber nur mit 50% Vorauskasse bei Auftragserteilung.
Kleb, Thomas sagte am 15.05.2009 um 15:32
Wer im Glashaus sitzt ...
... da gab's doch so einen Spruch. Wie auch immer, ich frage mich, wie lange wir Agenturen uns das noch bieten lassen wollen? Ich lehne jedenfalls eine Zusammenarbeit mit solchen Kunden ab. Im übrigen wird es auf lange Sicht dazu kommen, dass Fairness und Partnerschaftlichkeit wieder an Gewicht gewinnen wird, da bin ich sicher. Bis dahin wird allerdings noch jede Menge Wasser den Rhein hinunterfließen. Beste Grüße Thomas Kleb http://kienbaum-communications.de/employer-branding/
Martin Albrecht sagte am 15.05.2009 um 17:11
Titellos
Warum die Aufregung: jedes Kaufhaus in den USA hat seine eigene Kreditkarte im Angebot. Wenn Agenturen jetzt mehr und mehr Händler werden, ist doch der Weg zur Bank zu werden auch nicht mehr weit. Ihr sucht doch alle immer nach neuen Erlösquellen und Businessmodellen. Eine Agentur, die tatsächlich und transparent mit Beratung Geld verdient, wird mit solchem Ansinnen nicht konfrontiert.
unbekannt sagte am 25.05.2009 um 11:37
ein Gruss von der "anderen" Seite
Der Trend in den Diskussionsbeiträgen oben hat aus meiner Sicht einen Hang zum "Theoretischen". (1) In meiner Rolle als Einkäufer für Agentur- & sog. Kreativleistungen habe ich in den letzten Jahren insbesondere "große" Agenturen bzw. vergleichbare Deinstleister erlebt, die ihre Rechnungen ganz ohne Verhandlung erst mehrere Monate nach Leistungserbringung - oder gar erst nach Aufforderung - an den Kunden schicken - und zu allem Überfluss sind Rechnungen oft genug auch noch fehlerhaft. Aus dieser Erfahrung drängt sich mir der Gedanke auf, dass "große" Agenturen - entgegen der quasi einhelligen Aussage in den Beiträgen namhafter Agenturen - bislang eher kein ausgeprägtes cash-flow-Bewußtsein haben (oder besser leben). Somit trägt (groteskerweise) ein Kunde mit Fokus auf Zahlungsziel u.U. sogar zur Verbesserung der kaufmännischen Abrechnungskultur innerhalb dieser Agenturen bei. (2) Meine Erfahrung zeigt allerdings auch, dass die Diskussion über das Zahlungsziel mit gut geführten bzw. gut organisierten Agenturen/Dienstleistern unaufgeregt-offen und fakten-basieren verläuft. Zudem bestätigen mir diese Agenturen, dass eindimensionale Zahlungsziel-Vereinbarungen von mehr als 30 Tagen netto schon seit Jahren nicht mehr die Regel sind. (3) Abschließend sei erwähnt, dass die oben aufkommende Diskussion um eine sog. "deutsche Besonderheit" die aus meiner Sicht faktisch treibende Besonderheit vergißt: "Skonto". Und über die finanztechnische Bedeutung eines Skontos in diesem Zusammenhang in Höhe von z.B. "2% nach 14 Tagen" im Verhältnis zu "60 Tagen netto" muss außerhalb einer Rezession nicht lange spekuliert werden.
Kash sagte am 28.05.2009 um 16:48
Eigentor
ich denke, damit wird InBev "gute" Agenturen verlieren. Solche Agenturen, die Projekte um jeden Preis annehmen, werden vermutlich schlechtere Ergebnisse produzieren. Der Schuß geht nach hinten los!Weitere Nachrichten aus Agenturen vom 14.05.2009:
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