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09.11.2007
von Mehrdad Amirkhizi,
Ressortleiter Agenturen

Alice Schwarzer kritisiert "Deutsch"-Kampagne


Übt scharfe Kritik: Alice Schwarzer 

Übt scharfe Kritik: Alice Schwarzer

Harsche Kritik erntet die Agentur Jung von Matt/Neckar von "Emma"-Chefredakteurin Alice Schwarzer für ihre Kampagne für die Lifestyle-Zeitschrift "Deutsch". Die Anzeigen, auf denen ein Schäferhund und eine Frau in eindeutigen Positionen zu sehen sind, seien "ein neuer Höhepunkt in der Flut der frauenverachtenden, pornografischen Werbung", schreibt Schwarzer in einem Gastkommentar für HORIZONT.
 
"Dass der Verantwortliche der Werbeagentur bei einer so plumpen Direktheit auch noch wagt zu behaupten, die Assoziation läge allein beim Auge des Betrachters ist nicht ohne Komik. Fehlt nur noch das "Kunst"-Argument", so Schwarzer weiter.

Alice Schwarzer: Dass der Verantwortliche der Werbeagentur bei einer so plumpen Direktheit auch noch wagt zu behaupten, die Assoziation läge allein beim Auge des Betrachters, ist nicht ohne Komik.


Die Kritik der "Emma"-Chefredakteurin kann der Führung von Jung von Matt nicht gleichgültig sein. Immerhin zählte die Zeitschrift zuletzt zu den Kunden der Gruppe. So realisierten JvM/Elbe und JvM/Next im vergangenen Jahr eine Werbekampagne zum 30. Geburtstag von "Emma". Ob es nach dem aktuellen Fall auch in Zukunft eine Zusammenarbeit geben kann, ist unklar.
 

Die umstrittene Kampagne

Ausgelöst hat die aktuelle Debatte eine Kampagne von Jung von Matt für das Magazin Deutsch. Die sodomistischen Motive sind nach Angaben der Agentur inzwischen zum Teil wieder zurückgezogen worden.

Indes weist JvM-Chef und GWA-Präsident Holger Jung die Vorwürfe zurück und fordert für die Werbung ähnliche Freiheiten wie in anderen Bereichen: "Mir ist wichtig, dass wir vermeiden, in der Kommunikation mit zweierlei Maß zu messen: einmal die Medien, wo sich oft heftige Geschichten abspielen. Und die Marketingkommunikation, die das Gleiche nicht darf." In diesem Zusammenhang unterstreicht Jung, dass man "auch in der Kommunikation immer wieder an die Grenzen gehen muss". mam
 
Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 45/2007 vom 8. November.
 

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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (14)
eberhard wild sagte am 09.11.2007 um 09:57

"Deutsch"-kampagen

zur Bewertung des Berichtes wäre ein Bild des angespr. Motives nützlich.
Petersen sagte am 09.11.2007 um 10:48

Armeligkeit noch verteidigen?

Es ist schon erstaunlich, dass jemand die Armseligkeit dieser Werbung überhaupt noch verteidigt. Die Agenturleitung sollte uneingeschränkt einen Fehler einzugestehen und anschließlich das offenbar lückenhafte Qualitätsmanagement zu optimieren.
Marco Saal sagte am 09.11.2007 um 10:52

Bilder und Kästen

So, nun gibt es auch einen Kasten mit dem Motiv, wie es sich gehört! Noch ein kleiner Tipp für alle Leser: Die Kästen "Verwandte Themen" bieten nützliche Zusatzinfos. In diesem Fall gibt es weitere News zum Thema - mit noch mehr Bildern.
Rainer Richter sagte am 09.11.2007 um 12:32

Schockschwere Not

Echt?! Alice Schwarzer kritisiert eine Werbekampagne??!! Mir gefriert das Blut in den Adern ... - ach übrigens: in China ist letzte Nacht eine Säckin Reis umgefallen. (Das muß ja auch mal erwähnt werden.)
ulli sagte am 09.11.2007 um 12:52

Schön schlecht

..wird einem beim Betrachten dieser Anzeige. Diskrimierende Werbung erreicht das Gegenteil dessen, was werbende Unternehmen erreichen wollen. Deshalb sollten die Unternehmen die kreativen "Glanzleistungen" der Agenturen im Blick behalten.
A. Bachmann sagte am 09.11.2007 um 13:11

billige Antwort

einer so "renommierten" Agentur!Effekthascherei d. untersten Art. Das Thema Provokation/Anspielung ist zwar ein wichtiges Marketingmittel,sollte aber mit Menschenverstand gemacht sein. "Ist der Ruf erst ruiniert.."!
Matz sagte am 09.11.2007 um 19:04

Haben Agenturen Verantwortungsgefühl?

Erschreckend, die Argumentation von Holger Jung! Es geht doch gar nicht um dürfen oder nicht dürfen, sondern darum, ob Agenturen noch so etwas wie ein Verantwortungsgefühl haben sollten. Das gilt für "Geiz ist geil" ebenso wie für Sodomie.
Peter sagte am 10.11.2007 um 15:02

Versautes Wochenende

Ich empfinde es als armselig und verantwortungslos die Meldung mit diesem Motiv bzw. dem Bild von Frau Schwarzer zu versehen. Daher bitte ich um größere Bilder dieser gelungen Kampagne.
Folengo sagte am 10.11.2007 um 15:55

Seltsam

Die Bild-kampagne, in der Frau Schwarzer eine derjenigen war, "welche den Mut haben, die Wahrheit zu sagen", ist auch von Jung von Matt gemacht worden. Beide kennen sich also sehr gut, und arbeiten zusammen. Ist das Ganze nicht vielleicht doch einfach nur der Versuch beider, Aufmerksamkeit zu erregen?
Siegfried Galter sagte am 14.11.2007 um 09:23

ohne

Dass Agenturleute, die im täglichen Hurenbusiness des Werbeagenturgeschäftes für jeden dahergelaufenen Geldgeber (= Freier) den Arsch hinhalten müssen, mittlerweile keinerlei Maß mehr für Moralempfinden, Geschmack oder einfach nur Stil haben, muss nicht weiter verwundern. Sie diskreditieren sich und ihre Branche mit jeder "Grenzverschiebung" nur immer weiter selbst. Dass die Aufmerksamkeit unserer Öffentlichkeit offenbar ohnehin nur noch über Tabubruch und Grenzverletzungen zu erreichen ist, ein weiteres Armutszeugnis für die verschobenen Wahrnehmungsebenen in unserer Gesellschaft. Erfreulich, dass es immer noch ein paar Unentwegte wie Frau Schwarzer gibt, die das Format haben, sich dagegen zu stellen. Ansonsten gilt mehr denn je die Devise: "Fresst Scheisse! Milliarden von Mistfliegen können sich nicht irren!" Nachsatz zum Thema DEUTSCH und Schäferhund: Ich sage nur Blondie.
Alex sagte am 16.11.2007 um 19:43

Mal abgesehen...

... von der Nazi-Assoziation, Sodomie ist auch nicht gerade lecker, egal ob aus Frauen-, Hunde- oder OttoNormalverbraucher-Sicht. Kennt man das Model? Die arme...
Daniela Siekira sagte am 22.11.2007 um 21:11

Perverser Holger Jung?

Ich habe den Eindruck das es sich bei den "Deutsch" Machern um perverse sodomistische Sexisten handelt. Es ist aber auch möglich das sich gewisse Leute in der Agntur JvM illegales anschauen, denn irgendwo müssen diese perversen Ideen ja herkommen. Vielleicht sollte man mal eine Online Durchsuchung bei JvM machen.
Amy sagte am 02.12.2007 um 18:57

Frau

Hier kann ich Alice Schwarzer nur unterstützen. Absolut unverständlich finde ich, daß sich eine Frau für eine derartige unsinnige Kampagne abbilden lässt. Hätte doch der Initiator sich selbst als Objekt mit dem Tier in dieser Pose ablichten lassen, wenn er schon andere Wege gehen bzw. an die Grenzen gehen will! Jung von Matt nichts mehr als ein dümmliches Männerprofil, auf die wir Frauen absolut verzichten können.
hermann sagte am 11.12.2007 um 22:40

provozierend schön

persönlich finds ein coole kampagne. konzeptlich passt der schäferhund, sowie die inszenierung, die für eine zeitschrift wie deutsch besser funktioniert als zwei omas die tee trinken. ich verstehe diese bigotterie der leute nicht...

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