Übernahmeangebot Syzygy-Führung spricht sich für Annahme der WPP-Offerte aus

Donnerstag, 01. Oktober 2015
CEO Marco Seiler will seine Syzygy-Anteile an WPP verkaufen
CEO Marco Seiler will seine Syzygy-Anteile an WPP verkaufen
Foto: Mara Monetti
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Vorstand und Aufsichtsrat der börsennotierten Syzygy-Gruppe haben sich dafür ausgesprochen, das Übernahmeangebot von WPP anzunehmen. Die Holding hält bislang 30 Prozent der Anteile, strebt nun aber die Mehrheit an. Die Empfehlung von CEO Marco Seiler und seinen Führungskollegen kommt durchaus überraschend. Nicht wenige Beobachter hatten damit gerechnet, dass der Vorstand die geplante Übernahme ablehnen wird.
WPP bietet über seine Tochterfirma Jubilee 9 Euro pro Syzygy-Aktie. Der aktuelle Kurs des Papiers (Stand: 30.9.) liegt bei 8,93 Euro. Seit dem offiziellen Start des Angebots am 16. September bis zum Meldestichtag am 29. September hat WPP 0,57 Prozent der Anteilsscheine einsammeln können. Durch die Annahmeempfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat von Syzygy dürfte sich dieser Wert aber bald deutlich erhöhen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Vorstände und Aufsichtsräte entschlossen haben, die von ihnen gehaltenen Anteile in Höhe von fast 7 Prozent vollständig zum Verkauf einzureichen. Die Angebotsfrist endet am 14. Oktober. "Ber der Abwägung aller für und gegen eine Annahme des Angebots sprechenden Gründe überwiegen nach Einschätzung des Vorstands und Aufsichtsrats der Gesellschaft die für eine Annahme sprechenden Gründe. Sie empfehlen den Syzygy-Aktionären deshalb die Annahme des Angebots", heißt es in einer Pflichtveröffentlichung des Unternehmens. Ein Pro-Argument ist nach Auffassung der Führung unter anderem, dass der gebotene Preis von 9 Euro je Anteilsschein im Wesentlichen über den historischen Börsenkursen der Syzygy-Aktie liegt.

Wie sich das Verhältnis von WPP zu Syzygy ändert, wenn die Holding tatsächlich die Mehrheit erwerben, die Gruppe kontrollieren und vor allem in ihrer Bilanz konsolidieren kann, muss sich zeigen. Bislang genoß die Agenturführung trotz der 30-Prozent-Beteiligung des Konzerns weitgehende Freiheiten. Vorstandschef Seiler hat in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass WPP bislang immer nur als Finanzinvestor aufgetreten ist und keinen Einfluss auf die Unternehmensstrategie genommen hat.

Ebenfalls abwarten muss man, wie eng die Bindung der Führung an die Agentur bleibt, wenn sie nicht mehr unternehmerisch beteiligt ist, also selbst keine Anteile mehr hält. Dass die Managementriege das jetzige Angebot zur Annahme empfiehlt, heißt vor allem, dass sie es positiv für die Aktionäre bewertet - nicht aber, dass sie langfristig an Bord bleiben will. Darüber wird in der Empfehlung keine Aussage getroffen.

Bei der Schwesteragentur Scholz & Friends gibt es derzeit allem Anschein nach eine gegenteilige Bewegung. Hier plant die Führung dem Vernehmen nach, Anteile von WPP zurückzukaufen - nicht zuletzt, um Top-Leute enger an die Firma zu binden. mam
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