Zwischen Palais, Croisette und Beach-Bar Die große Juroren-Umfrage zu den Cannes Lions

Freitag, 17. Juni 2016
In Cannes werden 2016 wieder jede Menge Löwen vergeben
In Cannes werden 2016 wieder jede Menge Löwen vergeben
Foto: Cannes Lions

Endlich geht's los: Am Samstag fällt offiziell der Startschuss für die 63. Cannes Lions. Das heißt aber nicht, dass in der Stadt an der Côte d'Azur nicht schon längst über Werbung und Kreativität diskutiert wird - schließlich sind einige Jurys schon mitten im Arbeitsprozess. Im Vorfeld des weltweit bedeutendsten Kreativfestivals haben wir die deutschen Juroren zu ihren Favoriten, ihrer Lieblingsbeschäftigung in Cannes und dem Jury-Auftrag befragt.

Jana Apostolopulu, CCO Pink Carrots (Jury Lions Health)

Jana Apostolopulu
Jana Apostolopulu (Bild: Pink Carrots)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Die Frage der Fragen. Spricht letztendlich die zwei Seelen eines Kreativen an. Der Löwe geht an den schaffenden Kreativen, der völlig eintaucht, mit Haut und Haaren gearbeitet und gekämpft hat. Der Jury-Auftrag spricht eine ganz andere Seite des Kreativen an. Seine Seite als erfahrener Profi, der in der Lage ist, zurückzutreten, differenziert zu betrachten und fair, respektvoll und überzeugend beurteilen zu können. Beides ist Anerkennung. Doch die Jury-Arbeit bedeutet auch eine Menge Verantwortung. Für mich eine große Ehre. Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Im Health- und Pharma-Bereich hat es viele gute Arbeiten gegeben. Mir hat die Haar-Spenden-Aktion „The Hair Fest“ für Casa de la Amistad sehr gefallen, die stark involvierend war und bestimmt einen großen Multiplikationsfaktor hatte. „Out the monster“ für Orexo ist außergewöhnlich aufgetreten, bemerkenswert für die Branche. Cool war auch die „Back up Memory App“ für Samsung. Generell ist es toll, wenn Ideen nicht nur besonders kreativ sind, sondern sich auch nützlich machen, das bekommt im Health-Bereich eine ganz andere Dimension. Die Verbindung von Kreativität und technischer Innovation wird hier immer organischer und das hilft Menschen im echten Leben wirklich weiter. Im Non-Health Bereich hat Shiseido mit „High school girl“ was Erstklassiges hingelegt. Und der Exit-Spendenlauf „Rechts gegen Rechts“ hat Mumm und - bei aller Ernsthaftigkeit - auch noch Humor bewiesen. Super.

Und Ihr Alltime-Favorit? Als Filmfan schwärme ich immer noch für „Creek“ von Levi´s, die 501 shrink to fit-Kampagne. Ein Meisterstück, das Epoche gemacht hat. Ein super Konzept, cineastisch, musikalisch, ein perfektes Zusammenspiel, großartig ausgeführt, einfach großes Kino. Das passende Gefühl zur passenden Zeit. Und das alles für eine Hose. Im Health-Bereich gab es für mich noch keinen kreativen Erdrutsch dieser Art. Da muss sich der ultimative alltime Klassiker noch entwickeln... Fairerweise muss man dazu sagen, dass heute eine innovationsgetriebene Idee die andere jagt und es damit auch sehr schwierig ist, aus der Masse herauszustechen.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Ich werde auf jeden Fall ein Mal quer durch das Sortiment der Pâtisserie von Jèrôme de Oliveira, weltbester Pâtissier 2009, naschen. Und ein Mal abends von oben auf die Bucht schauen.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Beach-Bar! Drink in die Hand und mit den Füssen in den Sand. Zumindest raus, unter den freien Himmel. Immer schön die Sterne im Blick behalten...

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Naja, wenn man vorher auf die Filmfestspiele der Stars schaut, vielleicht ganz bescheiden „Krieg der Sternchen“? Aber wir wollen selbstbewusst sein. Deshalb also dann eher: „The
Cannes Games: Catching Fire“!

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Sonnenbrille, 2. Sonnenbrille, warme Jacke.

Jo Marie Farwick, Gründerin Überground (Jury Promo & Activation Lions)

Jo Marie Farwick will Heimat Hamburg verlassen
Jo Marie Farwick will Heimat Hamburg verlassen (Bild: Agentur)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Roaaar.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16?#notyetdone. Und wenn das nicht zählt, dann #greatness.

Und Ihr Alltime-Favorit?La Chaise von Ray und Charles Eames.#ZZ#Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Auf der Sizzer Party getanzt (gut!).

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar?Beachbar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Keine Sterne in Athen.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Mein Hirn, mein O’Neill Motocross-Jersey, Taxigeld.

Steffen Gentis, Chief Production Officer BBDO (Jury Film Craft Lions)

Steffen Gentis, BBDO
Steffen Gentis, BBDO (Bild: BBDO)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Ich erinnere mich gut, wie ich vor vielen Jahren als Student mit meinen Kommilitonen im Kino die Cannes-Rolle angeschaut habe. Die Filme, die kreativen Ideen und Umsetzungen – das hat mich damals beeindruckt. Und das beeindruckt mich noch heute. Schon deshalb ist jeder Löwe, an dem ich beteiligt war, eine Ehre. Das ich nun auch noch als Cannes-Juror dabei sein darf, empfinde ich ganz besondere, als bislang einzigartige Ehre.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16?
Die von Guinness, die es gleich zweimal auf meine Top-10-Liste schafft - mit den Kampagnen „Made of More“ und „Made of Black“.

Und Ihr Alltime-Favorit? Das ist ziemlich eindeutig „The Hire“, bmwfilms.com

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Einmal am Samstagabend auf der Bühne stehen und einen Löwen entgegen nehmen. Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Ich bevorzuge ein Drink, aber am Strand.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? „Bändchenterror on the Beach“

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das?1. Reserve-Akku – Zwingend notwendig, da die Tage in Cannes einfach sehr viel länger sind. 2. Ein Handtuch - „Per-Anhalter-durch-die-Galaxis“ Style immer dabei: das ist nicht nur am Strand praktisch, sondern auch im kühlschrankgekühlten Festival Palais unentbehrlich. 3. An Open Mind – schließlich steht Cannes für eine intensive, übervolle Woche der Inspiration.

Dirk Kedrowitsch, COO Publicis Pixelpark (Jury Cyber Lions)

Dirk Kedrowitsch
Dirk Kedrowitsch (Bild: Publicis)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Einen Löwen zu gewinnen ist eine Freude. Löwen vergeben zu dürfen ist eine Ehre.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Ich habe keine. Aber ich habe auch keine Lieblingsbuch oder Lieblingssong. Es kommt immer darauf, was im Fokus der Beachtung steht.

Und Ihr Alltime-Favorit? Aus romantischen Gründen die Mercedes-Benz Ohrfeige. Ansonsten Budweisers "Whazzup!" Das Ding war früh klassisch, social, viral, rund, geil exekutiert und kannte keine Silos. Ach ja… und saulustig.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Natürlich in die Ausstellung gehen und Vorträge/Workshops besuchen. Aber auch Flanieren, Menschen treffen, den Austausch suchen. Der oft persiflierte Rosé ist das Sinnbild für das perfekte Umfeld für inspirierende Gespräche.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? An die Beach-Bar. Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Cannes_festival2016_15sec

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? iPhone, Kreditkarte & meine Badehose

Hanning Kempe, General Managing Director Fleishman Hillard (Jury PR Lions)

Hanning Kempe
Hanning Kempe (Bild: Fleishman Hillard)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Da ich noch keinen Löwen gewonnen habe, fehlt mir hier die Erfahrung. Juror in Cannes hingegen fühlt sich wie die größte Nummer an, die im Bereich Juryarbeit passieren kann. Schlicht genial, freue mich riesig auf die Herausforderung.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Smart. Radically Open.

Und Ihr Alltime-Favorit? Ganz vorne ist aber sicher Volkswagen mit der Käfer Kampagne "Läuft und läuft und läuft" aus den 60igern. Aber auch "Burying a Bentley" aus Brasilien finde ich außergewöhnlich kreativ und überragend klar in der Botschaft. Irgendwie scheine ich eine Schwäche zu haben für Kampagnen, in denen Autos vorkommen.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Wer - wie ich - Gegensätze mag, dem empfehle ich, an einem warmen Frühlingstag morgens zum Skifahren nach Valberg hoch zu fahren und den Nachmittag  in der Sonne am Strand von Cannes zu verbringen. 

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Idealerweise Beachbar ;-).

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Creativity goes Croisette.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Badehose, Smoking und den Schlüssel für's Boot. Stelle mir vor, mit einer Yacht nach Cannes zu kommen...

Daniel Könnecke, CEO FCB Hamburg (Jury Health & Wellness Lions)

Daniel Könnecke ist seit Juli CEO der deutschen Interpublic-Tochter
Daniel Könnecke ist seit Juli CEO der deutschen Interpublic-Tochter (Bild: FCB Hamburg)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Hui… ehrlich, beides ist super! Aber mehr lernen tut man in der Jury. Und es ist eine absolute Ehre die besten Arbeiten der Welt bewerten zu dürfen.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16?
McWhopper ist einfach der Hammer. Und zwar fast in jeder Kategorie. Das Ding hätte ich auch gern gemacht.

Und Ihr Alltime-Favorit? "Rejected Ads“ von Budweiser. Ich glaube von 2004. So schön „billig“ umgesetzt. Und natürlich Bud Light´s „Real Men of Genius“. Im wahrsten Sinne genial. Ach, es gibt so viele gute Sachen…

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben?
Man sollte das ganze Spektakel – wenn man "Werbung" mag – zumindest einmal miterlebt haben. Und Rosé schmeckt hier irgendwie am besten.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Im besten Fall zuerst Beach, dann Restaurant und zu guter Letzt Bar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Learn from the best.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Zahnbürste, Smartphone und Rückflugticket. Ich freu mich nach einer Weile eben auch wieder auf Hamburg!

Oscar Meixner, Managing Partner Hastings Audio Network (Jury Radio Lions)

Oscar Meixner
Oscar Meixner (Bild: Hastings)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Beides fühlt sich sehr gut an! Da ich 2012 schon mal Juror in Cannes war, weiß ich aber, dass die Juryarbeit ein ganz spezielles Privileg ist, da man den direkten und exklusiven Zugang zum Besten bekommt, was die weltweite Kreativszene gerade zu bieten hat; quasi Inspiration und Weiterbildung in kompakter Form. Dieser Insight ist schwer zu toppen. Abgesehen davon ist es natürlich eine große Ehre und Freude mit internationalen Jury-Kollegen die spannendsten Arbeiten herausfiltern zu dürfen. Und unter Networking-Aspekten geht’s auch kaum besser - hier kommen die verrücktesten Kreativen aller Nationalitäten zusammen, um sich locker auszutauschen.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Ich vermute es wird diejenige sein, die abseits der üblichen verdächtigen und bekannten Anwärter plötzlich aus dem
Nichts auftaucht und einen vom Hocker reißt. Das ist das Spannende bei internationalen Award-Shows, es kommt meistens immer noch etwas, was besser ist als alles, was man so erwartet hat. Aus deutscher Sicht sind einige meiner Favoriten, JvM mit „Edeka - Heimkommen“, Heimat mit „Hornbach - Du lebst“,
Serviceplan mit den „UN Iceberg-Songs“ sowie FischerAppelt mit dem Tagesschau-Case. Speziell in der Radiokategorie sehe ich Chancen für Kolle Rebbe mit „Heimatmarkt“ und Lufthansa, sowie Scholz & Friends mit „Ausreden“ für VHV-Versicherungen. Und die „Golden-Night-Energy-Drink“ Spots von DDB sind auch ziemlich witzig. Lassen wir uns mal überraschen.

Und Ihr Alltime-Favorit? Ich finde die Old-Spice-Kampagnen aus den USA immer noch ziemlich gut; die albernen, aber herausragend gut exekutierten Spots begeistern mich immer wieder. Hier wird charmanter Nonsens immer wieder auf’s Neue geschmackvoll auf die Spitze getrieben.
Zu Recht ein Dauerbrenner.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Wenn Zeit ist, mal ein bisschen im Hinterland auf die Berge hochgehen und den Blick auf’s Meer von dort oben genießen. Ansonsten unbedingt die hochkarätigen Vorträge im Palais besuchen.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Da es dann meist schon spät ist, zielstrebig an die Bar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Wie wäre: „The Winner Takes It All!“, denn wer hier richtig abräumt, kann auch international Karriere machen.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Einen schwarzen Gehstock mit goldenem Knauf, einen lustigen Hut und weisse Cowboystiefel. In Cannes darf es ruhig etwas extravaganter sein. :-)

Cosimo Möller, Geschäftsführer Serviceplan Campaign 2 (Jury Direct Lions)

Cosimo Möller
Cosimo Möller (Bild: Serviceplan)
 Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen?Beides ist eine sehr, sehr schöne Auszeichnung und fühlt sich wirklich gut an.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Einen klaren Favoriten 2016 habe ich noch nicht.

Und Ihr Alltime-Favorit? Viele: Denn jedes Jahr gibt es einen Alltime Favoriten - der dann im kommenden Jahr meist abgelöst wird. Manche Arbeiten werden vergessen, andere bleiben im Gedächtnis. "Help, I've cut myself" von Droga5 ist eine Arbeit, die für mich länger Bestand hat.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Mit dem Boot auf die Ile Sainte-Marguerite und baden. Genug weit weg aber doch noch ganz nah.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Bett

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Five Minute Beauty

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Mein Hund Gaudi, Aspirin, mein Mann.

Jessica Nebel, Senior Industrial Designer Steelcase (Jury Design Lions)

Jessica Nebel
Jessica Nebel (Bild: Jessica Nebel)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Diesmal hinter die Kulisse eines Auswahlprozesses schauen und aus den besten Einreichungen wählen zu dürfen stellt für mich eine große Ehre dar.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Das wird sich noch herausstellen...

Und Ihr Alltime-Favorit? Oft sind es die alltäglichen „unsichtbaren“ Dinge, die das Leben einfacher und besser machen. Braucht es wirklich einen Schirmständer, wenn eine Rille im Boden den gleichen Effekt hat? Diese Idee des Designers Naoto Fukasawa ist für mich ein Beispiel, bei dem auch mal um die Ecke gedacht wurde. Als Produkt-Designer sollten wir uns über die Ästhetik hinaus Gedanken machen über Ergonomie und Nutzen.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Das Cannes Lions Festival besuchen!

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar?Erst Beach, dann Bar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Mit „Thank you Creativity“ wurde bereits ein In-House Werbespot für das Cannes Festival realisiert. Dankbar für großartige Ideen zu sein, trifft es für mich ebenfalls auf den Punkt!

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Sonnenbrille und gute Schuhe

Bettina Olf, Executive Creative Director und Partner Thjnk (Jury Outdoor Lions)

Bettina Olf
Bettina Olf (Bild: Thjnk)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Beides macht stolz. Sehr sogar.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Da ich sehr gerne ins Theater, ins Konzert oder zu anderen Live Performances gehe, mochte ich die #maplaceesdanslasalle-Kampagne wirklich gerne. Nach den Anschlägen in Paris sind die Besucherzahlen in den Theatern dort deutlich zurückgegangen und das hat natürlich ganz schnell Auswirkungen auf ein gutes Live-Programm. Vielleicht leistet diese Kampagne einen Beitrag dazu, das Angebot breit und divers zu halten. Ein weiterer Favorit ist Spotify Taste Rewind. Eine tolle, spielerische Form, Musik neu zu entdecken.

Und Ihr Alltime-Favorit? Die Budweiser „Wassup“-Kampagne, weil sie so herrlich albern ist und gerade deshalb ein Stück Pop-Kulturgeschichte geworden ist – genau wie viele andere Budweiser-Kampagnen, die großartige Catchlines hatten.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Sich wirklich drauf einlassen. Und: Damit sind nicht die vielen Gästelisten-Plätze gemeint. Sondern die Möglichkeit, sich mit wirklich interessanten Menschen aus komplett anderen Kulturkreisen auszutauschen. In dieser Ballung findet man das sonst selten. Wenn man dann noch ein paar der Lectures besucht, hat man alles richtig gemacht!

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar?Beides.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Oh, da fallen mir gleich mehrere mögliche Titel ein: „The Good, the bad & the ugly“ oder „A hard days night“? „Do the right thing“ fasst das große Festival-Angebot und die Jury-Tage natürlich auch gut zusammen.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Der Packprozess ist ja Teil der Vorfreude. Nur drei Sachen reduzieren diese schon etwas. Ich würde wählen: 20 Stunden Extra-Schlaf, Vitamine und ein Battery-Pack.

Petra Sammer, CCO Ketchum Pleon (Jury Creative Data Lions)

Petra Sammer
Petra Sammer (Bild: Ketchum Pleon)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Ganz wie man es betrachtet: Als Gewinner fühlt man sich jung und energetisch. Als Juror alt und weise.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Einer meiner Favoriten 2015/2016 ist die Kampagne Paradise Hill um auf Gewalt gegen Frauen im häuslichen Umfeld aufmerksam zu machen. Die Kampagne kommt aus Neuseeland, wie so viele großartige Arbeiten aus DownUnder kommen. Brilliante Umsetzung und zukunftsweisend für die PR. Ganz wunderbar finde ich auch den Umgang mit Datenmaterial und das Storytelling von Google Russia in der Kampagne „Alive Memory“, in der die Feldpost von gefallenen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg archiviert und zu Geschichten verbunden wird.

Und Ihr Alltime-Favorit? Die Dove Kampagne „Real Beauty“ von 2006, die mit dem Film Evolution startete, einem der ersten YouTube-Hits.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Einmal in einem der Review-Räume des Palais des Festivals sitzen – denn dort sitzen im Mai, also vier Wochen vorher, die Juroren des Cannes Filmfestivals.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Beach, Bar gibt es auch daheim.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? To Be Stoned

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Smartphone, Sketchbook, Neuland NoOne

Linda Stannieder, CEO Graft Brandlab (Jury Design Lions)

Linda Stannieder
Linda Stannieder (Bild: Graft Brandlab)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Die Juryarbeit. Wann ist man sonst in der Lage, in so kurzer Zeit so viele Projekte auf einmal zu sehen und mit interessanten, von überall her kommenden Leuten zu diskutieren?

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Das Karma Nirvana Cover der Cosmopolitan 2015.

Und Ihr Alltime-Favorit? Die ersten Erinnerungen, die ich an Werbung habe, sind keine Spots. Es sind Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Einen Cannes Lion anschauen, anfassen, stehlen (oder selbst gewinnen).

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Wo auch immer ich ein Video-Call mit meiner Frau, unserem Sohn und unserem Hund haben kann.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? Die Architektin in mir würde sagen: Parametrische Designstudie auf Basis des Sonnenstands und des fehlenden Schlafs.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Was in Schwarz, was in Weiß und was in Grau.

Oliver Stroh, CEO OMD Germany (Jury Media Lions)

Oliver Stroh
Oliver Stroh (Bild: OMD)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Das Gewinnen. Juror zu sein ist inspirierend und wirkliche eine Ehre – zu gewinnen ist geil.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Das muss für Channel 4 „Humans“ sein. Eine bessere Verknüpfung von Technologie, Content und clevere Media mit einer mutigen Idee im Kern wird man in Cannes kaum zu sehen bekommen.

Und Ihr Alltime-Favorit? Spontan fällt mir die „you are not you“-Kampagne von BBDO für Snickers ein, die ich liebe. Ein gerader Gedanke, 1000 Variationen, ohne dass es langweilig wird.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Ich kenne viele Dinge, die man lieber nicht tun sollte, aber es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, an dem man inspirierende Vorträge hören und an Diskussionen teilnehmen kann. Die Zeit sollte man sich nehmen!

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Erst laufen, dann an die Bar.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? You are not you when you are in Cannes (siehe oben).

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes-Gepäck packen könnten, welche wären das? Drei Packungen Aspirin.

Ralf Zilligen, Executive Creative Director McCann Düsseldorf (Jury Print & Publishing Lions)

Ralf Zilligen
Ralf Zilligen (Bild: McCann)
Was fühlt sich besser an: Als Cannes-Lions-Juror ausgewählt zu werden oder selbst einen Löwen zu gewinnen? Die Jury-Teilnahme bleibt ein ziemlich streng limitiertes Vergnügen, während man im Laufe seiner 40 Berufsjahre hingegen mit etwas Glück mehrmals einen Löwen gewinnen kann. Daher schlägt das knappe Gut der Nominierung als Jury-Mitglied das gemeinschaftliche Glücksgefühl des Siegertreppchens.

Welches ist Ihre Lieblingskampagne bzw. Design-Arbeit 2015/16? Das Audi “Mission to the Moon-"Projekt von thjnk hat mich schon in der ADC-Jury begeistert. Wenn eine Marke mit einer Maßnahme über einen so langen Zeitraum facettenreich Inhalte entwickelt, macht sie das für mich zu einer Ausnahmeerscheinung.

Und Ihr Alltime-Favorit? „The Other Side“  von Honda. Die Arbeit meiner alten W&K-Kollegen Tony Davidson und Kim Papworth ist beispielhaft, weil sie beneidenswert originell gedacht ist und mit hoher Kreativität bis zu Ende umgesetzt wurde.

Was sollte man in Cannes auf jeden Fall mal getan haben? Angesichts der vielen Möglichkeiten, fotografiert zu werden, finde ich es  für jeden Teilnehmer erstrebenswert, auch mal ohne Sonnenbrille und Rosé-Glas in der Hand auf ein Foto zu kommen.

Nach einem anstrengenden Jury-Tag: Beach oder Bar? Da ich Cannes zum ersten Mal als Vater erlebe, kommt mein kleiner Sohn Len mit. Wir werden dann kurzfristig entscheiden, wo die gemeinsame Abendgestaltung stattfindet.

Wenn das Cannes Festival ein Werbespot wäre, wie würde der Spot heißen? This is for the crazy ones.

Wenn Sie nur drei Dinge in Ihr Cannes –Gepäck packen könnten, welche wären das? Smartphone, Zahnbürste und - um zwischendurch mal andere Gedanken zu kommen - ein Buch, das ich zurzeit in Arbeit habe: „Adiche“ von Chimanda Ngozi.

bu/mba/tt

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