ZenithOptmedia 2016 weltweit höhere Investitionen in Mobile als in Tageszeitungen

Dienstag, 22. September 2015
Digitale und vor allem mobile Werbung fachen den Werbemarkt an
Digitale und vor allem mobile Werbung fachen den Werbemarkt an
Foto: Rangizzz/Fotolia

Die Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia hat ihren Advertising Expenditure Forecast veröffentlicht. Wie jüngst schon Carat prognostiziert auch die Vivaki-Tochter einen Anstieg der globalen Werbeinvestitionen von 4 Prozent. Im kommenden Jahr rechnet ZenithOptimedia anders als die Kollegen mit einem Wachstum von 5 Prozent. Dabei lässt besonders die Prognose der Mobile Spendings aufhorchen.
Die Mediaexperten gehen davon aus, dass Mobile im kommenden Jahr weltweit um 38 Prozent zulegen wird. Das Investitionsvolumen für Werbemittel, die auf mobilen Endgeräten ausgeliefert werden (Display, Search, Bewegtbild), soll sich dann auf 71 Milliarden US-Dollar belaufen. Mit einem Marktanteil von 12,4 Prozent soll das Segment dann sogar die Tageszeitungen (68 Milliarden Dollar) hinter sich lassen und sich hinter TV und dem stationären Internet zum drittgrößten Werbemedium aufschwingen. In zwei Jahren werde der Mobile-Anteil am globalen Werbekuchen dann schon 15 Prozent betragen, so die Prognose. Auch in Deutschland, wo die Investitionen in Zeitungen (inklusive Rubriken, Anzeigenblätter und Supplements) mit 4,8 Milliarden Euro netto nach wie vor verhältnismäßig hoch seien, befinde sich Mobile auf Wachstumskurs, sagt Frank-Peter Lortz, CEO ZenithOptimedia Group Germany. "Dennoch wird der globale Trend auch hierzulande – wenn auch zeitlich versetzt – eintreten."

Der wichtigste Beschleuniger des mobile Business sei Facebook, so Lortz. Das soziale Netzwerk verdiente im 2. Quartal bereits drei Viertel seiner Werbeerlöse auf mobilen Endgeräten und setzt derzeit sehr stark auf Video. "Facebook hat konsequent mobile Werbeformen entwickelt, die innerhalb des Facebook‐Universums mit seinen vielfältigen Möglichkeiten moderner Zielgruppenansprache hervorragend funktionieren und mit denen viele Werbungtreibende einen Teil des schwieriger werdenden Online‐Display‐Geschäfts abfedern werden", erklärt Lortz.
„Auch im Zeitungsland Deutschland befindet sich Mobile auf Wachstumskurs, allerdings sind die Werbeeinnahmen der Zeitungen nach vielen verlustreichen Jahren mit rund 4,8 Mrd. Euro in 2015 immer noch vergleichsweise hoch.“
Frank-Peter Lortz
Der Anteil des stationären Internets an den weltweiten Werbeinvestitionen wird sich ZenithOptmedia zufolge trotz anhaltenden Wachstums in diesem Jahr erstmals rückläufig entwickeln und von 19,8 auf 19,4 Prozent zurückgehen. Für 2017 werden noch 19,1 Prozent erwartet. Die Werbeausgaben für das gesamte Internet liegen der Untersuchung zufolge in zwei Jahren mit 34,0 Prozent knapp hinter TV (35,9). Ein später sollen sich die Verhältnisse dann schon umgekehrt haben. Wesentlich dramatischer fällt der Befund für Print aus: ZenithOptimedia rechnet damit, dass sich der gesamte Printanteil am Werbemarkt binnen zwei Jahren von 19,6 Prozent auf 16,7 Prozent reduziert. ire
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