Zenith Optimedia 10 Trends, die Mobile pushen

Donnerstag, 28. Januar 2016
Bestimmt maßgeblich die mobilen Trends von morgen: die Generation Z
Bestimmt maßgeblich die mobilen Trends von morgen: die Generation Z

Alle Jahre wieder rufen Marketer und Agenturen Mobile Marketing als Trend aus. Doch laut Zenith Optimedia bekommt das Thema langsam Substanz: In ihrem Forschungsbericht "2016 Trends - Empowering the Mobile Consumer" beschreibt die Agenturgruppe zehn Technologietrends, die Mobile pushen.

Für die Mobilen Trends hat Zenith Optimedia weltweit Technologietrends und -entwicklungen gescreent und anschließend versucht, sie in der Consumer Journey zu verorten, um so dem Marketing neue Möglichkeiten aufzuzeigen. "Alle von uns identifizierten Trends werden in diesem Jahr an Bedeutung zunehmen, sicherlich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit", so René Lamsfuß, Managing Director der Beratungsagentur Ninah aus dem Netzwerk. "Die Verortung dieser Trends in der Consumer Journey schon heute vorgenommen zu haben, bringt uns in die Lage, sie schnellstmöglich einzusetzen, sobald sich dies im Rahmen der Kommunikations- und Marketingziele unserer Kunden anbietet."

Wie etwa 3D-Druck und Mobile zusammenspielen, hat Adidas im Herbst letzten Jahres mit dem Futurecraft 3D demonstriert. Die im 3D-Druck gefertigte Zwischensohle lässt sich für jeden Läufer individualisieren. Die Vision: der Käufer geht in den Laden, läuft ein paar Schritte auf dem Laufband und bekommt anhand der mobil übermittelten Daten einen neuen Laufschuh aus dem 3D-Drucker. Weiter geht das Start-Up Sole Systems: Eine App erlaubt den Usern, ein Video von ihrem Fuß zu drehen, das der 3D-Printer dann unverzüglich in eine perfekte Sohle umwandelt. ZenithOptimedia glaubt: Der 3D-Print wird die Customer Journey in den nächsten zwei Jahren grundlegend verändern. Unternehmen sollten dafür mit passenden mobilen Applikationen bereit sein. die den Kunden neue Optionen bei der individuellen Gestaltung von Produkten auf Basis ihrer eigenen Daten bietet.
Rene Lamsfuß
Rene Lamsfuß (Bild: ZenithOptimedia)
Auch Augmented Reality misst der Bericht große Bedeutung bei. Google mag zwar im ersten Anlauf mit seinen Glasses gescheitert sein, die Agentur-Auguren sagen dennoch voraus: Die erweiterte Realität wird sich angesichts neuer, günstigerer Headsets und der Einführung mobiler Virtual Reality Apps etablieren. ZenithOptimedia selbst hat in Großbritannien die erste 360-Grad-Videowerbung für Nestlé auf Facebook geschaltet.

Als Zukunftstechnologie Nummer drei setzen die Trendscouts auf Mobile Payment. Anbieter wie SQWallet, Paymey und die Otto-Tochter Yapital haben ihren Dienst eingestellt. International haben sich mit Apple, Ebay (Paypal), Google und Samsung aber vier starke Zugpferde aufgestellt. China hat hier eine führende Rolle eingenommen und bietet mobile Geldbörsen für verschiedene Zahlungsdienste an, wie etwa Treueprogramme, Bill Sharing und Gutscheine. Eine Entwicklung, die mittelfristig auch nicht an Deutschland vorbeigeht, so ZenithOptimedia.

Gleichfalls in Deutschland noch kaum angekommen: mobile Spracherkennung. Nur wenige nutzen Siri und Co. Bereits 2016 wird sich das ändern, sagt der Forschungsbericht. Verbesserte Technologien die auf künstlicher Intelligenz basieren und den User bei der mobilen Suche begleiten, werden die Entwicklung ebenso vorantreiben wie Wearables, die Spracherkennung integriert haben.

„Von den Milleninials werden sich auch die älteren Zielgruppen inspirieren lassen.“
Rene Lamsfuß
Ein weiterer Trend betrifft den M-Commerce. Der wird bekanntlich immer personalisierter. Onlineshopper, so identifiziert die Agentur, wollen aber inzwischen mehr als personalisierte Empfehlungen aufgrund bisheriger Akquisitionen. Jeder dritte Käufer will sogar ein Gespräch mit einem Verkäufer, bevor er abschließt. Modemarken wie Miss Selfridge und Top Shop haben bereits reagiert und bieten eine Gratisberatung durch einen Personal Shopper an. Laut ZenithOptimedia müssen auch andere Markenkategorien wie Lebensmittel, Elektronik oder Möbel sich auf diese Ansprüche der Konsumenten einstellen.

Entwicklungen, die Marketer gemäß der Untersuchung ebenso im Auge behalten sollten: Native Advertising, Instant Messaging und die Kommunikation per Emoticon. Im Bereich E-Commerce sieht die Agentur eine noch stärkere Entwicklung hin zu Pop-Up-Stores und Same-Day-Delivery.

Unter die Lupe genommen haben die Forscher vor allen Dingen die Gewohnheiten der jungen Generation Z und der Millenials. "Sicherlich stehen die Generationen im Fokus, die mit den digitalen Technologien aufgewachsen sind. Sie haben nicht nur die kontinuierlichen technologischen Veränderungen, sondern auch die damit einhergehenden gesellschaftlichen Implikationen der neuen Kommunikations-, Informations- oder auch Unterhaltungsmöglichkeiten als Grundlage des Seins verstanden", sagt Lamsfuß. Er ist aber überzeugt: "Von diesen Generationen werden sich auch die älteren Zielgruppen inspirieren lassen." vg

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