ZAW-Stellenanalyse Wo Agenturen der Schuh drückt

Donnerstag, 04. August 2016
In Agenturen sind längst nicht alle Jobs besetzt
In Agenturen sind längst nicht alle Jobs besetzt
Foto: Fotolia

Die deutschen Agenturen suchen noch immer händeringend nach Fachkräften. Laut der Stellenstatistik des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) haben die Agenturen im 1. Halbjahr 2016 erneut fast ein Fünftel mehr Jobs ausgeschrieben (17 Prozent) als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.
Wie viel das ist, zeigt ein Vergleich: So ist bei Medien und Werbungtreibenden die Nachfrage im selben Zeitraum um 39 beziehungsweise 21 Prozent zurückgegangen. Dabei hatten auch diese beiden Arbeitgebergruppen im 1. Halbjahr 2015 mehr Jobs im Angebot als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Anzahl der von Agenturen ausgeschrieben Jobs

Quelle: ZAW
So pendelt sich die Personalnachfrage in der Werbewirtschaft insgesamt bei 2330 Stellenangeboten und einem Plus von 6 Prozent ein. Davon gehen mittlerweile 87 Prozent auf das Konto der Agenturen (2014: 80 Prozent), die im 1. Halbjahr 2035 Inserate veröffentlicht haben. Besonders stark ist ihr Bedarf an Mobile- und Web-Developern gestiegen, für die es mit 137 Jobofferten in den Stellenmärkten überregionaler Tageszeitungen und Fachmedien sowie Onlineportalen 136 Prozent mehr Angebote gab als im Vorjahreszeitraum – und alle stammen von Agenturen, genau wie das Gros der Stellen, die die technische Umsetzung der Werbung betreffen (Werbeproduktion). Auch hier hat der ZAW eine Steigerung von 204 Prozent gezählt, was 137 Stellenangeboten entspricht, von denen 75 Agenturen ausgeschrieben hatten.

Die Dienstleister bemühen sich zudem verstärkt, die vielzitierte „gleiche Augenhöhe wie auf Kundenseite“ zu realisieren, indem sie die Zahl ihrer Planner (plus 138 Prozent), Account Manager (plus 22 Prozent) sowie Fachleute für Marketing und Werbung (plus 25 Prozent) aufstocken. Schwierig scheint es aber auch weiterhin zu sein, gute Art- Direktoren und Texter zu finden – auch für diese beiden Berufe gab es 20 beziehungsweise 10 Prozent mehr Stellenangebote als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Zurückgegangen ist dagegen die Nachfrage nach Content-Experten (minus 50 Prozent), Anzeigenfachleuten (minus 37 Prozent) und Mediaexperten (minus 28 Prozent). Gleiches gilt für die Zahl der Praktikantenstellen, die übergreifend um 11 Prozent auf 506 zurückgegangen sind und sich damit auf dem Niveau von 2014 befinden, vor der Einführung des Mindestlohns auch für Praktikanten, die länger als drei Monate hospitieren. ems 

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