Y&R Germany WPP-Agentur sieht sich nach Akquisitionszielen um

Donnerstag, 09. Oktober 2014
Auch Chairman & CEO Wolfgang Haf soll Y&R Germany verlassen
Auch Chairman & CEO Wolfgang Haf soll Y&R Germany verlassen
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Jan Leube Wolfgang Haf Young & Rubicam


Die Agentur Y&R Germany steht vor einem Neuanfang - zum wiederholten Mal in den vergangenen Jahren. Vorige Woche wurde bekannt, dass Kreativchef Jan Leube die Agentur verlassen wird. Mit ihm gehen auch Executive Creative Director Markus Rieser und weitere leitende Mitarbeiter aus der Kreation. Nach Informationen von HORIZONT ist das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Auch Chairman & CEO Wolfgang Haf soll die Agentur verlassen. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang allerdings nicht. Haf steht seit Sommer 2010 als Chairman an der Spitze der WPP-Agentur in Deutschland. Später erhielt er auch noch den Titel CEO. Ihm ist es nicht gelungen, für einen Turnaround zu sorgen. Zwar konnten hier und da Etats gewonnen werden, zum Beispiel von Boehringer Ingelheim und Bel Deutschland. Unter dem Strich hat sich das betreute Volumen aber deutlich reduziert, nicht zuletzt weil Großkunde Danone Aufgaben abgezogen hat. Offen ist, wie die Nachfolge im Management geregelt wird. Zwei Optionen liegen auf dem Tisch. Zum einen hält man wohl Ausschau nach einem Top-Team, das den Karren aus dem Dreck ziehen soll. Ein erstklassiges CEO/COO-Duo zu finden, dürfte angesichts der Lage der Agentur allerdings nicht leicht werden - und wahrscheinlich kaum reichen. Zum anderen steht im Raum, das Problem über die Akquisition einer führenden Inhaberagentur zu lösen. Hierzu wurden nach Informationen von HORIZONT bereits Gespräch mit mehreren Anbietern geführt. Allerdings scheint sich die Begeisterung bei den potenziellen Partnern bislang in Grenzen zu halten. Und ein Anbieter aus der zweiten oder dritten Reihe dürfte Y&R Germany kaum weiterhelfen.

Die einstige Vorzeigeagentur steckt seit einigen Jahren in einer Abwärtsspirale. Mehrere Managementwechsel konnten daran nichts ändern. Jetzt müssen die Network-Verantwortlichen, die sich in Bezug auf ihre deutsche Niederlassung zuletzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, einen Ausweg finden. Denn sicher scheint, dass sie an der Marke Y&R, die international nach wie vor gut dasteht, im wichtigen deutschen Markt festhalten wollen. mam
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