Yannick Bolloré "Die Grenzen zwischen Kreation und Media verschwinden"

Mittwoch, 18. Januar 2017
Yannick Bolloré auf der Bühne beim HORIZONT Award
Yannick Bolloré auf der Bühne beim HORIZONT Award
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Yannick Bolloré Havas HORIZONT Award Snapchat


Wie sieht die Agentur der Zukunft aus? Für Yannick Bolloré, CEO der französischen Werbeholding Havas, steht fest: Je integrierter das Modell, desto größer der Geschäftserfolg. In seiner Keynote-Rede beim HORIZONT Award beschreibt er, weshalb künftig die unterschiedlichsten Gewerke an einem Strang ziehen müssen, um relevante Markenbotschaften für den Verbraucher zu schaffen.

Das alte Top-Down-Prinzip hat ausgedient. Die Menschen wollen nicht mit allgemeinen, austauschbaren Botschaften gelangweilt werden - selbst dann nicht, wenn es sich bei dem Absender um einen Kultstar wie Super Mario handelt. An zwei Video-Beispielen dokumentiert Bolloré, wie extrem sich selbst in einem grundsätzlich sehr emotionalen Bereich wie Gaming die Kommunikation seit den 90ern Jahren verändert hat.

Wenn selbst bei solchen Marken, die von ihren Fans geliebt werden, ein interaktiver Kommunikationsansatz immer wichtiger wird, wie sieht es dann erst bei Low-Interest-Produkten und -Dienstleistungen aus? Um die Menschen von Marken zu begeistern müssen PR, Event, klassische Werbung, Media und Digital an einem Strang ziehen und das alte Modell des Silo-Denkens überwinden.

Für den 36-Jährigen Holdingboss steht fest, dass die traditionellen Grenzen zwischen Kreation und Media verschwinden werden. An ihre Stelle treten drei Bereiche, die heute essenziell für erfolgreiche Werbung sind: Kreation, Content und Data.

Kreation ist der Schlüssel, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erzielen. Brillante Ideen sind das magische Element in einer zunehmend von Algorithmen gesteuerten Welt.

Content ist die neue Popkultur. Der einzige Weg, der durch diese neue, digitalisierte Welt führt ist großartiger Content gepaart mit einer großartigern User Experience. Dabei gilt es, Inhalte für jedwede Plattform zu schaffen: von linearem TV bis zu Snapchat.

Last but not least: Daten sind äußerst relevant. Es geht nicht nur darum, die richtige Zielgruppe zu adressieren, sondern relevante und maßgeschneiderte Botschaften für exakt diese Zielgruppe auf unterschiedlichen Kanälen zu schaffen.

Was für den einen nach einer fantastischen neuen Welt voller Möglichkeiten klingt, macht dem anderen Angst. Und genau hier den richtigen Weg zu sich, seine Kunden und das Publikum zu finden, ist  laut Bolloré die größte Herausforderung, die es heute zu meistern gilt. bu

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