Wunderman-CEO Mark Read "Ich verstehe die Diskussion über Networks nicht"

Freitag, 25. September 2015
Mark Read steht seit Jahresbeginn an der Spitze von Wunderman
Mark Read steht seit Jahresbeginn an der Spitze von Wunderman
Foto: Wunderman
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Mark Read Wunderman WPP Martin Sorrell


Mark Read steht seit Anfang des Jahres an der Spitze der Agenturgruppe Wunderman aus dem WPP-Konzern. In dieser Rolle verantwortet er einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Bevor er Chef bei Wunderman wurde, leitete er das Digitalgeschäft von WPP. Diese Aufgabe hat er inzwischen an Chief Digital Officer Scott Spirit übergeben. Mit HORIZONT spricht Read über seinen neuen Job, die Entwicklung der Agentur und die Kritik an Networks.

Mark Read über ...

... seine Eindrücke von Veranstaltungen wie der Dmexco: Es gibt nicht die eine Offenbarung, mit der man nach einer solchen Veranstaltung nach Hause fährt. Aber es ist immer wieder beeindruckend, zu sehen, welche Größe die Adtech-Industrie inzwischen hat. Auch die Anzahl der neuen Akteure ist bemerkenswert. Kurzum: Man wird immer wieder daran erinnert, dass sich das Geschäft grundlegend wandelt. ... seine neue Rolle: Ich habe mich lange um die Digitalstrategie von WPP gekümmert. Die Führung von Wunderman zu übernehmen, war eine sehr interessante Aufgabe, die mich gereizt hat. Die Agentur ist mit ihrem großen Erbe in den Bereichen Data und Kreation gut für die Anforderungen an moderne Kommunikation aufgestellt. Sie hat alle Assets, die man braucht, um im digitalen Geschäft erfolgreich zu sein.

... die Frage, ob er sich für Nachfolge von Martin Sorrell warmläuft: Sie werden verstehen, dass ich Spekulationen nicht kommentiere. Aber wenn Sie fürchten, dass ich degradiert wurde, kann ich Sie beruhigen. Was die Frage nach dem Initiator für den Wechsel angeht: Es war ein wechselseitiger Prozess.
„Unser Ziel ist es, Wunderman nicht nur als starkes Network, sondern auch als schlagkräftige lokale Agentur zu positionieren.“
Mark Read
... die Entwicklung von Wunderman in Deutschland: Deutschland gehört zu unseren fünf wichtigsten Märkten. Wer in Europa eine Rolle spielen will, muss hier stark sein. Unsere deutsche Agentur steht exzellent da. Ricardo Vybiral und sein Team haben in den letzten 18 Monaten Neugeschäft von Bluechip-Kunden wie Deutsche Bahn, Saturn und Adidas gewonnen. Damit ist es gelungen, das nationale und internationale Geschäft auszubalancieren. Das Verhältnis liegt jetzt bei 50 zu 50. Das ist sehr gesund. Unser Ziel ist es, Wunderman nicht nur als starkes Network, sondern auch als schlagkräftige lokale Agentur zu positionieren.

... die Debatte um Networks: Ich verstehe die Diskussion über Networks und unabhängige Agenturen in Deutschland ehrlich gesagt nicht. Sie basiert auf einer künstlichen Unterscheidung. Eine Agentur ist immer so gut, wie die Leute, die sie führen – unabhängig von der Eigentümerstruktur. Wenn sich manche internationalen Agenturen in Deutschland nicht gut entwickelt haben, dann liegt das nicht daran, dass sie zu einem Network gehören, sondern daran, dass sie die falschen Manager hatten. mam 

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