"Wohnen trotz München" Der musikalische Protest eines Werbers gegen Mietwucher

Freitag, 08. November 2013
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München ist unter Studenten und Azubis ein begehrtes Pflaster - allerdings nicht gerade billig. Die bayerische Landeshauptstadt ist die teuerste Wohngegend der Republik, was gerade viele junge Menschen vor kaum lösbare Probleme stellt. Philip Röder ist einer von ihnen. Um seinen Protest gegen die Sitauation auf dem Münchner Wohnungsmarkt auszudrücken, hat der Werber einen launigen Song aufgenommen. "Ich will doch nur ne WG - Spiel Spaß und Spannung und ein Dach überm Kopf" singt der junge Mann mit der Gitarre im Arm. "Wohnen Trotz München" ist der Titel des Musikstücks, das von einer gleichnamigen Facebook-Gruppe inspiriert wurde. Das Lied klingt fröhlich und verbreitet durchaus gute Laune - ganz anders, als das Thema, worum es darin geht. Denn der Sänger, Philip Röder, ist auf der Suche nach einem bezahlbaren WG-Zimmer.

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Noch wohnt der 25-Jährige bei seinen Eltern - in eben jenem kleinen Musikstudio, in dem er auch seinen Protestsong aufgenommen hat. Das soll zwar keine Dauerlösung sein. Die horrenden Preise in seinem Wohnort München machen es ihm bei seinem begrenzten Budget allerdings beinahe unmöglich, ein geeignetes Zimmer zu finden. Vor allem aufgrund der hohen Zahl an Interessenten für den beschränkten Wohnraum: "Bei der Masse an Bewerbern braucht man entweder sehr viel Geld oder sehr viel Glück, um ein Zimmer zu bekommen", sagt Röder gegenüber HORIZONT.NET

Manch einer schreibt in so einer Situation wütende Leserbriefe oder marschiert trillerpfeifend durch die Fußgängerzone - Röder wollte seinem Protest auf kreative Weise Ausdruck verleihen. "Ein fröhlicher Song wirkt meiner Meinung nach besser als der erhobene Zeigefinger." Und mit Kreativität kennt Röder sich aus: Er arbeitet für die Münchner Agentur Millhaus, die für Kunden wie BMW oder Red Bull insbesondere Projekte aus dem Event-Bereich umsetzt. Daneben ist Röder als freier Berater tätig und bietet dabei vor allem sein Know-How in Sachen Musik an.

Obwohl seine Zeilen sich klar gegen das "Schicki-Micki-München" mit seinen Loft-Appartements und Edel-Discos richtet, will er in erster Linie keinen Streit anzetteln, sondern eine Diskussion lostreten: "Ich wünsche mir, dass mein Video allen jungen Menschen, die verzweifelt eine Wohnung oder ein Zimmer suchen, eine Stimme gibt."

P.S.: Wer Philip ein Zimmer anzubieten hat oder sich mit ihm solidarisieren möchte, findet seine Kontaktdaten im Info-Bereich des Videos. ire
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