"Wir sind reif für Rügen" Wie Dojo sich beim Werberat um eine Rüge bewirbt

Freitag, 23. Dezember 2016
Dojos Postkarte an den Werberat
Dojos Postkarte an den Werberat
© Dojo
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In der TV-Kampagne für Geschenkidee.de geht es ganz schön zur Sache. Die explizite Sprache in dem Spot stieß einigen Zuschauern offenbar so sauer auf, dass sie sich beim Werberat beschwerten. Die für die Kamnpagne verantwortliche Kreativagentur Dojo ist darüber angeblich gar nicht so unglücklich.
Vergangene Woche bekam Geschenkidee.de Post vom Deutschen Werberat. Betreff: "Ihr aktueller Werbespot 'Letztes Jahr Geschenke vergessen?'". Darin führen die Werbehüter aus, dass sich Zuschauer über die aktuelle Kampagne des Unternehmens beschwert hätten. Der Spot ist in der Tat nichts für zarte Gemüter:
Wörtlich heißt es in dem Schreiben des Werberates, das Dojo auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte: "Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die Verwendung der Wörter 'Schlappschwanz', 'Minipimmel', 'Pornosüchtiger' und 'Du Stück Scheiße' im Fernsehen sei unangebracht, insbesondere im Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest, das im Allgemeinen als besinnliche und friedvolle Zeit gelte". Bis zum 22. Dezember gab der Werberat dem Unternehmen Zeit, um Stellung zu beziehen.
Auch wenn sich der Schrieb nicht an Dojo richtet, reagierten die Berliner - und zwar auf die ihnen eigene Weise: Mit jeder Menge Selbstironie. Mit einer Ansichtskarte der Insel Rügen wendet sich die Agentur an den Werberat und bettelt förmlich um eine Abmahnung: "Wir haben uns sehr über deine Post gefreut und drücken die Daumen, dass es dieses Jahr endlich mal was wird mit uns beiden!", heißt es auf der Karte.
Dojos Postkarte an den Werberat
Dojos Postkarte an den Werberat (Bild: Dojo)
Hintergrund: Bereits mit der Einführung einer fiesen Socke als Werbefigur vor zwei Jahren sahen sich Geschenkidee.de und Dojo als heiße Kandidaten für eine Rüge des Werberates. Offensichtlich gehört es zum Selbstverständnis der Marke, anzuecken und das auch mit Brief und Siegel bestätigt zu bekommen. Ganz nach dem Motto: Es gibt keine schlechte Publicity. Geklappt hat es allerdings nicht - obwohl sich der Strumpf mit der Stimme von "Alf"-Sprecher Tommi Pieper jede Menge Mühe gab:
Schon zum Start der diesjährigen Weihnachts-Kampagne hatte Dojo den Werberat ins Spiel gebracht: "Für unsere Freunde von Geschenkidee.de haben wir wieder ganz tief in die Komplimentekiste geschissen und einen Spot gezaubert, der so infantil ist, dass er selbst dem Werberat gefallen wird", hatten die Kreativen seinerzeit auf ihrer Facebook-Seite geschrieben. ire
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