Wieden + Kennedy Heineken trennt sich von seiner kreativen Leadagentur

Dienstag, 16. Juni 2015
Cheers! Heineken ist Advertiser of the Year 2015
Cheers! Heineken ist Advertiser of the Year 2015
Foto: Heineken

Nach fünf Jahren ist Schluss: Heineken trennt sich von seinem kreativen Stammbetreuer Wieden + Kennedy. Das erklärt der niederländische Brauereikonzern in einem offiziellen Statement. Der Zeitpunkt ist etwas unglücklich gewählt: In einer Woche wird Heineken in Cannes als Kunde des Jahres ausgezeichnet.
Als die Festivalorganisatoren die Wahl Heinekens vergangenes Jahr bekannt gemacht hatten, hoben sie die Bemühungen des Unternehmens hervor, dessen verschiedene Agenturen auf eine Linie für die Marke Heineken zu bringen, um "Konstanz in den globalen Kampagnen" sicherzustellen. Die Lücke, die das bisherige kreative Zugpferd nun hinterlässt, muss Heineken jetzt erst einmal adäquat schließen. Das Unternehmen beendet damit eine seiner erfolgreichsten Agenturbeziehungen, die ihm beispielsweise 2013 in Cannes einen Grand Prix in der Wettbewerbskategorie Creative Effectiveness für die "Legends"-Kampagne beschert hat.
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"Nach fünf Jahren ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um getrennte Wege zu gehen. Wir hatten eine starke und effektive Partnerschaft. Jetzt ist die Zeit gekommen, in der sowohl Wieden + Kennedy als auch wir weiter vorangehen sollten", erklärt Jan Derck van Karnebeek, Chief Commercial Officer bei Heineken, in der Pressemitteilung. Wieden + Kennedy betreut nicht nur den Etat für die Marke Heineken, sondern verantwortete bislang auch das Mandat für das Tequila-Bier Desperados. Die Agentur arbeitete hauptsächlich von ihrem Amsterdamer Büro für den Kunden, doch auch die New Yorker Dependance ist das ein oder andere Mal zum Zuge gekommen.
Heineken
Bild: Heineken

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"Wir arbeiten mit verschiedenen Agenturen für Heineken zusammen, um sowohl die weltweite Präsenz der Marke zu fördern, als auch eine zusätzliche kreative Denke zu bekommen", so van Karnebeek weiter. "Weltweit arbeiten wir eng mit Publicis zusammen, in einzelnen Märkten kooperieren wir mit lokalen Agenturen um herausragende und effektive Kampagnen zu kreieren. Wir danken Wieden + Kennedy für ihre hervorragende Arbeit und wünschen der Agentur alles Gute." In Deutschland arbeitet der Bierbrauer mit Grey Berlin zusammen. Das Büro von Matthias Meusel und Oliver Handlos betreut markenübergreifend sämtliche Below-the-Line-Maßnahmen.

Die Entscheidung des Kunden dürfte W+K gar nicht schmecken. Offiziell äußert sich Dave Luhr, President von W+K, aber mit größtem Respekt: "Wir sind sehr stolz auf unsere kreative Arbeit, die wir für Heineken, Heineken Light und Desperados realisiert haben. Aber in dieser Branche sind Veränderungen mehr Regel als Ausnahme. Wir räumen das Feld mit großem Respekt und Bewunderung für Heineken und wünschen dem Unternehmen für seine künftigen Entscheidungen viel Glück."

Fünf Jahre sind für Heineken jedoch eine respektable Zeit. In den USA, so rechnet Adweek beispielsweise vor, hatte Heineken sechs Agenturen in neun Jahren engagiert, bevor sich das Unternehmen 2011 für Wieden entschieden hatte. jm
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