Werbung-oder-Sponsoring-Debatte "Es gibt kein Pauschalurteil über Sponsoring"

Mittwoch, 13. November 2013
Stefan Schmidt von der Berliner Kreativagentur Dieckertschmidt
Stefan Schmidt von der Berliner Kreativagentur Dieckertschmidt

Werbung oder Sponsoring - was bringt mehr? Diese Frage diskutierten Stefan Schmidt, Gründer und Creative Director bei der Berliner Kreativagentur Dieckertschmidt, und Holger Zindt, Geschäftsführer der Sponsoringagentur Akzio auf den 19. Deutschen Sponsoringtagen 2013 in Frankfurt. Dabei plädierten die beiden unisono für eine Abkehr von einer veralteten Schwarz-Weiß-Denke. Die Frage "Werbung oder Sponsoring" sei nicht richtig gestellt, warf Zindt gleich zu Beginn des Panels ein. Vielmehr solle es beispielsweise um Überlegungen gehen, wie Agenturen aus Werbung und Sponsoring für die Kunden sinnvoll gemeinsame Sache machen können. Energisch widersprach Zindt dem von Schmidt geäußerten Vorwurf, im Sponsoring würden zuvorderst Opportunitäten genutzt. Dies sei ein "unqualifiziertes Totschlagargument", das immer wieder komme.

Holger Zindt, Geschäftsführer von Akzio
Holger Zindt, Geschäftsführer von Akzio
Schließlich, so der Akzio-Geschäftsführer weiter, sei Sponsoring keine einfache Mediengattung neben der Werbung: "Ein solches Pauschalurteil über unsere Branche kann es nicht geben. Sponsoring ist der erste Zugang zu einer Plattform. Erst dann liegt es an der Marke, ins Storytelling zu gehen und die relevante Werbekanäle zu bedienen."

Dieckertschmidt-Gründer Schmidt hält diese Sichtweise dennoch für "zu kurz gesprungen und zu willkürlich". Genauso wie gute Werbung erfordere gutes Sponsoring einen sinnvollen Marken-Belief: "Alles dreht sich ums Geschichten-Erzählen. Erst wenn Sponsoring das tut, ist es gutes Sponsoring."

Am Ende kamen die beiden aber doch noch auf einen Nenner: Schließlich habe, so Holger Zindt, Stefan Schmidts Agentur mit dem "Liadl für's Leiberl"-Projekt für Adidas und den FC Bayern selbst bewiesen, dass Werbung und Sponsoring erfolgreich Hand in Hand gehen können. Von Schmidt gab es da keinen Einwand. tt
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