Werbeumsätze Group-M-Manager Boris Schramm sieht Print zweistellig im Minus

Freitag, 26. September 2014
Deutliche Worte des einflußreichen Managing Director von Group M
Deutliche Worte des einflußreichen Managing Director von Group M
Foto: (Foto: Group M)
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Boris Schramm Werbeumsatz Bannerwerbung


Klare Ansagen von Group-M-Manager Boris Schramm über die Entwicklung von Print und Display: Das Anzeigenminus taxiert er in diesem Jahr auf jenseits von 10 Prozent. Auch bei Bannerwerbung ist er sicher, dass die Luft draußen ist: "Die Zeiten, da man Wetten auf die digitale Zukunft abgeschlossen hat, sind vorbei." Wir bringen einige Zitate aus dem Interview mit Schramm in HORIZONT-Ausgabe 39/2014.

Boris Schramm über ...

Die Situation bei den Medienhäusern:

"Die meisten Medienhäuser schreiben nach wie vor sehr positive Zahlen, nehmen Sie Bauer, Axel Springer, Burda oder Condé Nast, auch die Verlagsgruppe Handelsblatt erzielt wieder Gewinne. Ganz zu schweigen von vielen Regionalzeitungen, das ist immer noch die renditestärkste Mediengattung überhaupt. Was wir aktuell sehen, ist eine Grundsatzdiskussion, die absolut richtig und notwendig ist. Es geht darum, welche Titel wirtschaftlich funktionieren und wie man Prozesse effizient organisiert. Ich bin überzeugt: Das ist eine Diskussion, die dem einen oder anderen Medienkanal noch bevorsteht. Klar ist auch: Die beiden mit Abstand schwierigsten Themen sind News und Unterhaltung.

Boris Schramm in HORIZONT

Das komplette Interview mit Boris Schramm lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 39/2014.

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Die Lage bei Printanzeigen:

"Print erlebt gerade sein schwierigstes Jahr seit 2009. Wir gehen 2014 definitiv von einem zweistelligen Minus bei den Nettowerbeumsätzen aus. Natürlich ist das dramatisch. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir in den Jahren zuvor ja auch schon eine negative Entwicklung hatten."

Das Verhältnis von Print und Online:

"Wo Print keine spezielle Funktion im Mediaplan des Kunden übernimmt, läuft Print Gefahr, durch andere Medien wie zum Beispiel Online ersetzt zu werden. Da, wo Print spezifische Funktionen übernimmt, lässt es sich sicher nicht so einfach ersetzen. Die Verlagshäuser haben sich aber bisher viel zu passiv verhalten und es nicht geschafft, klarzumachen, wofür ihre Umfelder unabdingbar notwendig sind. Dadurch ist ein großer Teil der Marktdynamik an ihnen vorbeigegangen."

Die Entwicklung von Display-Werbung:

"Es ist kein großes Geheimnis, dass die Umsätze mit Displaywerbung in diesem Jahr bestenfalls stagnieren. Und, ja: Das ist kein Markt, der sich noch dynamisch entwickeln wird. Das große Wachstumsthema im Digitalen ist ganz eindeutig Bewegtbild." js

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