Werberegulierung Stefan Kolle fordert strengere Regeln für Lebensmittelwerbung

Samstag, 14. Mai 2016
Stefan Kolle findet, dass Lebensmittelwerbung schärfer reguliert werden sollte
Stefan Kolle findet, dass Lebensmittelwerbung schärfer reguliert werden sollte
Foto: Kolle Rebbe

Agenturchef Stefan Kolle spricht sich für strengere Regeln bei der Werbung für Lebensmittel aus. In einem Interview mit dem "Spiegel", in dem es vor allem um die Pläne von Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) geht, Sexismus in der Werbung zu verbieten, äußert sich der Co-Gründer von Kolle Rebbe auch zur Tabak- und Lebensmittelwerbung.
Während Kolle jegliche Eingriffe bei dem Thema sexistische Werbung für überflüssig hält ("Das wäre ein Gesetz für ein Problem, das es gar nicht gibt"), sieht er in den anderen Bereichen durchaus Handlungsbedarf. "Bei der Tabakwerbung finde ich es richtig, dass der Staat Rahmenbedingungen setzt", sagt Kolle, weist aber zugleich darauf hin, dass Verbote aus seiner Sicht selten gut funktionieren würden, weil sie auch eine Attraktion seien. Deutlicher wird der 54-Jährige dagegen bei der Werbung für Essen und Trinken. "Im Lebensmittelbereich müsste man meiner Meinung nach strenger durchgreifen." Denn in der Werbung werde den Menschen suggeriert, "dass es in Ordnung ist, einem Schulkind für die Pause zwei Bifi und drei Liter Fanta mitzugeben. Und am nächsten Tag Milchschnitte und Sprite", so Kolle. In diesem Zusammenhang fordert er, die Hersteller dazu zu drängen, genauer offenzulegen, was in den Lebensmitteln enthalten ist: "Wer glaubt, dass ein Kilo Rinderhack für 1,99 Euro eine gute Sache wäre, der irrt."

An dem falschen Bewusstsein vieler Verbraucher ist für Kolle nicht zuletzt die Werbung Schuld. "Umfragen aus der Marktforschung zeigen, dass viele Leute heute tatsächlich glauben, manche Fruchtjoghurts hätten gleich viele Vitamine wie ein Apfel. Das liegt sicherlich auch an der Werbung", konstatiert der Agenturchef. Seine Firma Kolle Rebbe betreut im Lebensmittelbereich Unternehmen wie Bahlsen (Leibniz) und Ritter Sport. mam
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