Werberat zum Hitler-Spot "Mercedes tut gut daran, sich zu distanzieren"

Montag, 26. August 2013
Werberat Volker Nickel mahnt zur Vorsicht bei dem sensiblen Thema Drittes Reich (Foto: ZAW)
Werberat Volker Nickel mahnt zur Vorsicht bei dem sensiblen Thema Drittes Reich (Foto: ZAW)


Die Abschlussarbeit dreier Filmstudenten an der Akademie Baden-Württemberg hat in den letzten Tagen für einiges Aufsehen und heftige Debatten im Netz gesorgt. Handelt es sich bei dem Clip um eine gute Werbeidee oder ist der Einminüter schlicht die höchst unmoralische Verherrlichung eines Kindsmordes - auch wenn es sich dabei um den jungen Adolf Hitler handelt? Der Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft, Volker Nickel, mahnt zur Vorsicht und Abwägung - schließlich geht es um das Dritte Reich aus deutscher Sicht. "Mit schwarzem Humor dieser Art müssen wir hierzulande anders umgehen als zum Beispiel in Großbritannien", sagt Nickel gegenüber HORIZONT.NET. "Aufgrund der deutschen Geschichte müssen wir eine andere Sensibilität an den Tag legen - trotz Gestaltungsfreiheit." Aus diesem Grund tue Mercedes gut daran, sich von dem Film zu distanzieren, um Unwägbarkeiten und möglichen Schaden an der Marke im Vorhinein abzuwenden.

Allerdings sieht der ZAW-Chef den entscheidenden Aspekt in der Debatte darin, dass es sich bei der Arbeit um keine echte Produktwerbung handelt: "Ich verstehe den Film als Meinungsbeitrag, der immer noch einen großen Spielraum hat - das muss man anders betrachten als kommerzielle Kommunikation", so Nickel.

Die Debatten im Internet bewertet der Werberat als übertrieben: "Heute gibt ja jeder gerne seinen Senf dazu, Kluges ist leider selten dabei. Auch wenn generell ernsthaftere und differenzierte Auseinandersetzungen im Netz wünschenswert wären: Das Thema dieser Studentenarbeit ist es aufgrund der Distanzierung von Mercedes ohnehin nicht wert, hochgekocht zu werden." tt
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