Werbekonjunktur Zenith korrigiert Prognose nach oben - auch für Deutschland

Dienstag, 13. September 2016
Dirk Lux, Zenith
Dirk Lux, Zenith
Foto: Publicis

Die Werbekonjunktur zieht offenbar wieder an. Wie aus dem "Advertising Expenditure Forecast" von Zenith hervorgeht, sollen die Werbeausgaben in diesem Jahr weltweit um 4,4 Prozent auf 539 Milliarden US-Dollar netto steigen. Im Juni hatte die Mediaagentur aus der Publicis Groupe noch ein Wachstum von 4,1 Prozent in Aussicht gestellt. Auch die deutschen Medien werden von dem Aufwärtstrend profitieren. Zenith steht mit dieser Einschätzung nicht alleine da. Erst kürzlich hatte Carat seine Prognose für den deutschen Werbemarkt angehoben
Glaubt man den Forschern von Zenith, dann geht es mit der globalen Werbekonjunktur dauerhaft aufwärts. Im kommenden Jahr sollen die Netto-Spendings erneut stärker als erwartet steigen - nämlich um 4,5 statt um 4,3 Prozent. Für das Jahr 2018, für das ein Plus von 4,6 Prozent erwartet wird, ist Zenith ebenfalls optimistischer als noch vor einigen Monaten. 

Netto-Werbeumsätze der deutschen Medien 2016

Quelle: Zenith
Auch wenn die USA vor allem wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt nach einem Minus im vergangenen Jahr nun wieder ein Plus von einem Prozent erzielen werden und damit zum größten Wachstumstreiber avancieren, kann sich auch die Entwicklung in Deutschland sehen lassen. Laut Zenith werden die Werbeausgaben in diesem Jahr hierzulande nicht wie zuletzt vorhergesagt um 2,6 Prozent, sondern um 2,8 Prozent auf dann 19,83 Milliarden Euro ansteigen.

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Prozentual am stärksten legt die Außenwerbung zu: Behalten die Zenith-Forscher Recht, dann werden die Out-of-Home-Vermarkter ihre Werbeumsätze in diesem Jahr um 7,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigern. Beinahe genauso deutlich - nämlich um 7 Prozent - wächst die Onlinewerbung. Die Umsätze sollen sich 2016 auf 6,2 Milliarden Euro summieren. Kino kann seine Umsätze ebenfalls deutlich steigern, nämlich um 5 Prozent - wenngleich die Umsätze mit gerade einmal rund 100 Millionen Euro freilich auf sehr niedrigem Niveau verharren. 

Das mit Abstand größte absolute Umsatzwachstum verzeichnet TV. Laut der Zenith-Prognose werden die Werbeumsätze von IP Deutschland, Seven-One Media und Co um 3 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro klettern. Radio gehört mit einem Wachstum von 2,8 Prozent auf 800 Millionen Euro ebenfalls zu den Gewinnern. 

Bergab geht es dagegen für Print: Die Anzeigenerlöse von Zeitungen sollen 2016 um 0,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro sinken. Die Zeitschriften müssen mit einem Einbruch der Werbeerlöse um 3,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro rechnen. „Auch hierzulande ist das Internet mit plus sieben Prozent Wachstumstreiber, aber auch Outdoor und die anderen elektronischen Medien entwickeln sich positiv, während Print weiter verliert", kommentiert Dirk Lux, CEO von Zenith Deutschland, die Ergebnisse. 

Der Sinkflug von Print dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Zenith geht davon aus, dass Zeitschriften in den Jahren 2017 und 2018 3 bzw. 2,7 Prozent an Werbeumsatz verlieren. Bei den Tageszeitungen sollen die Umsätze um 2,4 bzw. 2,6 Prozent sinken. Für die Kanäle TV (plus 2,5 Prozent), Online (plus 7,2 Prozent) und OoH (plus 3,7 Prozent) soll es dagegen weiter aufwärts gehen. mas
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