Werbekonjunktur GWA-Agenturen wachsen erneut, aber langsamer als zuletzt

Dienstag, 14. März 2017
GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks
GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks
Foto: Sapient Razorfish

Der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA meldet für seine Mitgliedsfirmen ein deutlich geringes Wachstum als zuletzt. Laut Frühjahrsmonitor 2017, in dem der Verband die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres abfragt, konnten die Agenturen ihre Umsätze 2016 im Schnitt um 3,8 Prozent steigern. Im Jahr davor lag der Zuwachs bei 6,5 Prozent.

Verschlechtert hat sich der Umfrage zufolge, an der rund zwei Drittel der GWA-Mitglieder teilgenommen haben, auch die Umsatzrendite. Sie sank von 12 Prozent im Jahr 2015 auf jetzt 9,9 Prozent. Als Gründe dafür nennen die Befragten den Kostendruck von Kundenseite, die Fokussierung auf spezielle Projekte und Investitionen. Insgesamt konnten 63 Prozent der Agenturen ihre Umsätze steigern, 26 Prozent mussten Umsatzrückgänge hinnehmen.

Mit Blick auf die Wirtschaftszweige, in denen die Werbedienstleister ihre Umsätze erzielen, liegen Nahrungs- und Genussmittel mit einem Anteil von 31 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Automotive mit 30 Prozent. Dahinter rangieren Pharma/Healthcare (24 Prozent ) und Banken/Finanzdienstleister (23 Prozent). Der wachstumsstärkste Arbeitsbereich ist einmal mehr das Feld neue Medien/Multimedia/Online-Marketing/E-Commerce. Als wichtigste Trendthemen nennen die Teilnehmer Content Marketing, Mobile first, alternative Agenturauswahlverfahren und Big Data.

Abgefragt wurden auch Veränderungen in der Personalstruktur sowie in den Kostenarten. Demnach beschäftigten 53 Prozent der Agenturen im Jahr 2016 mehr festangestellte Mitarbeiter, 27 Prozent gleich viele und 20 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Anzahl der freien Mitarbeiter hat sich bei rund einem Viertel der Befragten erhöht. 55 Prozent beschäftigen gleich viele Freelancer, 21 Prozent weniger. Fast drei Viertel geben an, dass sich die Personalkosten erhöht haben.

Auf eine konkrete Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr verzichtet der GWA. Allerdings rechnen 62 Prozent der Mitgliedsfirmen mit steigenden Umsätzen. 18 Prozent erwarten gleichbleibende Umsätze, 20 Prozent rechnen mit Umsatzrückgängen. Bei der Rendite prognostizieren die Agenturen ein leichtes Plus auf 10,2 Prozent. Die Ergebnisse des Frühjahrsmonitors wurden von GWA-Präsident Wolf Ingomar Faecks am Dienstagvormittag in Frankfurt präsentiert. mam       

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