Werbekonjunktur Carat korrigiert globale Wachstumsprognose nach unten

Montag, 21. September 2015
Carat muss die Prognose aus dem März leicht nach unten korrigieren
Carat muss die Prognose aus dem März leicht nach unten korrigieren
Foto: James Thew/Fotolia

Die globalen Werbeausgaben werden dem Carat Ad Forecast zufolge in diesem Jahr nur um 4,0 statt, wie im März vorausgesagt, um 4,6 Prozent wachsen. Gründe für das verlangsamte Wachstum sind die Flaute der chinesischen Wirtschaft, die nach wie vor schwierige Lage auf dem russischen Markt sowie das Fehlen von globalen Highlights wie Olympischen Spielen und Fußball WM. Am generellen Befund hat sich abgesehen von den Zahlen jedoch wenig geändert: Mobile und Bewegtbild bleiben die Wachstumstreiber.
Der Prognose zufolge, die auf Daten aus 59 Märkten basiert, werden die Ausgaben für mobile Werbung in diesem Jahr weltweit um 51,2 Prozent zunehmen. In den fünf größten Märkten - USA, China, Kanada, Großbritannien und Deutschland - summieren sich die Spendings  demnach auf 13,3 Milliarden Dollar. 2016 soll das weltweite Wachstum 44,5 Prozent betragen. In Deutschland wächst das Segment zwar ebenfalls weiter kräftig, aber auf überschaubarem Niveau: Hierzulande werden für Mobile Advertising in diesem Jahr geschätzte 218 Millionen Dollar ausgegeben, ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im kommenden Jahr sollen es dann 313 Millionen Dollar sein.

Das Geschäft mit Online-Videowerbung soll in diesem Jahr um 22 Prozent zulegen - vielfach getrieben durch soziale Netzwerke und teilweise auf Kosten der TV-Budgets. Im kommenden Jahr soll das Wachstum 19 Prozent betragen. Ein weiterer Boom-Bereich ist Programmatic Advertising. Bei uns noch eher mit Vorsicht behandelt, wird in den USA in diesem Jahr bereits mehr als die Hälfte aller Buchungen, die nicht aus dem Search-Bereich kommen, automatisiert abgewickelt. Das Wachstum soll dabei in den kommenden Jahren bei etwa 20 Prozent pro Jahr liegen. In Deutschland wurde laut Foma im vergangenen Jahr Media im Volumen von 13 Prozent der Online-Display-Spendings programmatisch eingekauft.

Insgesamt soll der deutsche Werbemarkt Carat zufolge um 1,6 Prozent wachsen. Die digitalen Medien sollen dabei um 6,9 Prozent zulegen und mit 28,6 Prozent der Gesamtspendings Platz 2 hinter TV (33,3 Prozent) und vor Print (28,4 Prozent) einnehmen. Und der Abstand zu Zeitungs- und Zeitschriften-Werbung wird wohl weiter wachsen: Die Carat-Prognose sagt Print ein Minus um 1,6 Prozentpunkten für das kommende Jahr voraus, während Digital bis 2017 auf 31,5 Prozent Marktanteil wachsen soll.
Sorrell
Bild: dfv

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"Mit etwa 3 Milliarden US-Dollar entfällt hierzulande der größte Teil des digitalen Werbeumsatzes nach wie vor auf die Suchmaschinenwerbung (18,4 Prozent Marktanteil). Und wir erwarten, dass dieser Bereich noch Marktanteile hinzugewinnt. Für Display Advertising prognostizieren wir 2016 zwar ein leichtes absolutes Wachstum, aber keine großen Marktanteilsgewinne", resümiert Christopher Samsinger, CEO von Carat Deutschland.

Auch für das kommende Jahr muss Carat die Prognose aus dem Frühjahr nach unten korrigieren: Statt 5,0 Prozent legen die globalen Werbespendings nur um 4,7 Prozent zu - trotz der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Weltweit wird der Anteil der Digital-Ausgaben in diesem Jahr 24,3 Prozent betragen, 2016 sollen es dann schon 26,5 Prozent sein. TV bleibt mit 42 Prozent in diesem und 41,3 Prozent Marktanteil im kommenden Jahr die weltweit dominierende Gattung. ire
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