Werbeholdings WPP steigert den Gewinn deutlich, bleibt für 2017 aber vorsichtig

Freitag, 03. März 2017
WPP-Chef Martin Sorrell
WPP-Chef Martin Sorrell
Foto: WPP

Der britische Werbekonzern WPP blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Vor allem den Ertrag konnte der Branchenprimus deutlich steigern. Der Vorsteuergewinn kletterte um 12,5 Prozent auf 1,89 Milliarden britische Pfund (2,2 Milliarden Euro). Der um Währungseffekte und Zukäufe bereinigte Umsatz erhöhte sich um 3 Prozent auf 14,4 Milliarden Pfund. Der Ausblick fällt allerdings relativ verhalten aus.
Mit seinem Umsatzzuwachs liegt WPP knapp hinter den Wettbewerbern Omnicom (plus 3,5 Prozent) und Havas (plus 3,1 Prozent). Deutlich stärker ist im vergangenen Jahr nur Interpublic gewachsen (plus 5 Prozent). Die schwächste Zuwachsrate verbucht Publicis (plus 0,7 Prozent). Auf regionaler Basis hat WPP am stärksten in "Western Continental Europe" zugelegt, nach der Finanzkrise lange Zeit das Sorgenkind der Gruppe. Jetzt beträgt der Zuwachs hier 4,8 Prozent. Besonders gut haben sich nach Auskunft der Gruppe vor allem im 4. Quartal die Geschäfte in Deutschland, Norwegen, Spanien, Schweden und Schweiz entwickelt. Nicht so gut wie dort lief es dagegen in Österreich, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden und Portugal.

Bei den einzelnen Disziplinen hat sich der Bereich "Advertising and Media Management" am besten entwickelt. Hier verbucht die Holding ein Plus von 4,7 Prozent. Der Bereich "Branding and Identity, Healthcare and Specialist Communications" kommt auf ein Plus von 3 Prozent. Rückläufig (minus 0,7 Prozent) ist das Segment Data Investment Management.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der von CEO Martin Sorrell geführte Konzern aufgrund des relativ zögerlichen Ausgabeverhaltens der Kunden mit einem Umsatzzuwachs von lediglich 2 Prozent. Im Januar konnte WPP den Umsatz um 1,5 Prozent steigern. Auch in Bezug auf die weitere Entwicklung in Großbritannien - Stichwort Brexit - zeigt sich das Unternehmen abwartend. Die relativ verhaltene Prognose kommt am Finanzmarkt nicht gut an. Bis Freitagmittag büßte die Aktie von WPP rund 7 Prozent ein. mam
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