Werbeholdings Publicis schwächelt weiter, Omnicom und IPG legen zu

Donnerstag, 23. Oktober 2014
Viel zu lachen hat Publicis-Chef Maurice Lévy angesichts der jüngsten Quartalszahlen nicht
Viel zu lachen hat Publicis-Chef Maurice Lévy angesichts der jüngsten Quartalszahlen nicht
Foto: Foto: Publicis

Die französische Werbeholding Publicis hat sich offenbar immer noch nicht von den Folgen des abgesagten Mergers mit Wettbewerber Omnicom erholt. Die Muttergesellschaft von Agenturen wie Publicis Worldwide, Leo Burnett, Saatchi & Saatchi, Razorfish und Zenith Optimedia legt deutlich schwächere Quartalszahlen als die Wettbewerber vor.
Während Omnicom für das 3. Quartal ein organisches Wachstum von 6,5 Prozent auf 3,75 Milliarden US-Dollar (rund 3 Milliarden Euro) ausweist, kommt Publicis mit seinem Umsatz von 1,75 Milliarden Euro gerade mal auf ein Plus von einem Prozent. Auch die US-Holding Interpublic, zu der Agenturen wie McCann und FCB gehören, schneidet wesentlich besser ab. Sie erreicht im 3. Quartal ein organisches Wachstum von 6,3 Prozent. Publicis-Chef Maurice Lévy, dessen Vertrag vor kurzem bis zum Frühjahr 2017 verlängert wurde, räumt das schwache Ergebnis ein: "Unser organisches Wachstum hat sich leicht verbessert, entspricht aber nicht unseren Erwartungen." Hinter dieser Entwicklung stünden eine Reihe von Faktoren, vor allem aber die Tatsache, dass sich das Management zu sehr um andere Pläne und nicht genug um die kurzfristige Performance und das Wachstum gekümmert habe, so Lévy.

Damit spielt er einmal mehr auf den gescheiterten Merger mit Wettbewerber Omnicom an. Bei der US-Konkurrenz haben die damaligen Pläne das Management aber offenbar weniger davon abgehalten, sich um den Ausbau des Geschäfts zu kümmern, wie sich an dem deutlich höheren Wachstum zeigt. Auf Neun-Monats-Basis erreicht Omnicom einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro). Das entspricht einem organischen Wachstum von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Publicis schafft von Januar bis September nur ein Plus von 1,5 Prozent auf insgesamt 5,1 Milliarden Euro.

Weiterhin schwach bleibt das Geschäft der Franzosen in Europa. Hier steht für das 3. Quartal ein Minus von 0,5 Prozent in den Büchern. Lichtblick: Frankreich und Deutschland können um 2,8 beziehungsweise 3,8 Prozent zulegen. In Großbritannien und Südeuropa muss Publicis dagegen Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Hoffnungen der Holding ruhen nun auf dem vor kurzem präsentierten Umbau im Management. Gleichzeitig warnt Lévy vor überhöhten Erwartungen. Bis zum Jahresende werden sich keine größeren Veränderungen ergeben, so der CEO. mam
Meist gelesen
stats