Werbeholdings Auch Havas kassiert seine Umsatzprognose

Montag, 28. August 2017
Havas-Chef Yannick Bolloré legt keine guten Zahlen vor
Havas-Chef Yannick Bolloré legt keine guten Zahlen vor
Foto: Havas
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Havas WPP Yannick Bolloré Vivendi SA


Nach der weltgrößten Werbeholding WPP korrigiert nun auch der französische Wettbewerber Havas seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017 nach unten. Ursprünglich war die Gruppe von einem Wachstum zwischen 2 und 3 Prozent ausgegangen. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen, die hinter den Erwartungen zurückblieben, sagte CEO Yannick Bolloré, dass man nicht mehr an dieser Zielmarke festhalten könne - ohne eine neue Zahl zu nennen.
Im 2. Quartal verzeichnet Havas einen Umsatzrückgang von 0,9 Prozent (auf organischer Basis, also ohne Währungseffekte und Akquisitionen). Für das 1. Halbjahr ergibt sich ein Minus von 0,4 Prozent. Insgesamt verbucht die Holding für den Zeitraum Januar bis Juni einen Umsatz von 1,108 Milliarden Euro. Deutlich gesunken ist die operative Marge - von 12,6 Prozent im 1. Halbjahr 2016 auf jetzt 9 Prozent. CEO Bolloré begründet die schwächere Entwicklung mit Budgetkürzungen bei den Auftraggebern, einem erhöhten Druck auf die Margen bei Vertragsverhandlungen und Neuverhandlungen sowie der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Märkten wie Brasilien und China, in denen Havas traditionell stark vertreten ist.
In Europa beträgt das Umsatzminus im 2. Quartal 0,7 Prozent. Vor allem im Großbritannien lief es schlecht. Hier verlor die Gruppe hauptsächlich wegen Kürzungen des Kunden Unilever und wegen einiger Mediaetatverluste 7 Prozent ihres Umsatzes. In Deutschland konnte die Gruppe dagegen zweistellig zulegen, ebenso in Italien. Auch in Frankreich gibt es mit fast 9 Prozent ein deutliches Plus. In den USA büßt Havas 1,7 Prozent des Umsatzes ein, in Lateinamerika 4 Prozent.

Trotz der wenig erfreulichen Zahlen kündigt CEO Bolloré an, am bisherigen Kurs festzuhalten. So wolle man weiter in Talente und neue "Villages" - die Zusammenführung von Werbe- und Mediaagenturen unter ein Dach - investieren. Auch von der Eingliederung bei Vivendi erwartet sich der Manager Großes. Der Anspruch ist nicht weniger, als der "weltweit führende Anbieter von Content, Media und Kommunikation" zu werden. Der französische Medienkonzern Vivendi, der von der Bolloré-Familie kontrolliert wird, hatte Anfang Juli die Mehrheit an Havas übernommen. mam
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