Werbeholding WPP warnt trotz weiterem Rekordjahr vor "Don-Draper-Optimismus"

Freitag, 04. März 2016
WPP-Chef Martin Sorrell will das Geschäft in Deutschland weiter ausbauen
WPP-Chef Martin Sorrell will das Geschäft in Deutschland weiter ausbauen
Foto: Cannes Lions

Auch das Jahr 2015 lief für WPP außerordentlich gut: Nachdem die weltgrößte Werbeholding schon 2014 Rekordumsätze verbucht hatte, stiegen die Erlöse im zurückliegenden Jahr erneut an. Umgerechnet 15,8 Milliarden Euro betrug der WPP-Umsatz im Jahr 2015 - das bedeutet ein um Währungseffekte und Akquisitionen bereinigtes Wachstum von 5,3 Prozent. Doch WPP-Chef Martin Sorrell warnt vor allzu guter Laune.
Beim Nettoumsatz legte WPP, zu dem die Agenturen Ogilvy & Mather, Grey, JWT und Y&R sowie der Mediaagenturverbund Group M gehören, um gut eine halbe Milliarde Euro auf knapp 13,6 Milliarden Euro zu. Das organische Wachstum gegenüber dem Vorjahr blieb damit stabil bei 3,3 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 4,9 Prozent, wodurch WPP erstmals die Grenze von 2 Milliarden britischen Pfund überstieg. Die Nettoumsatzrendite betrug 16,9 Prozent und blieb damit stabil. Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftsregionen, kann WPP vor allem mit Nordamerika zufrieden sein: Hier legte der bereinigte Nettoumsatz um 4,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. In Großbritannien, in der Vorjahresbilanz noch dynamischster WPP-Markt, betrug das Wachstum 2,9 Prozent. Das westliche Kontinentaleuropa, wo die Agenturholding gut ein Fünftel ihrer Umsätze erzielt, wuchs um 2,5 Prozent - nach einem Wachstum von lediglich knapp einem Prozent im Vorjahr.

Von den verschiedenen Kommunikationsdisziplinen blieb Werbung und Media mit einem Wachstum von 8,4 Prozent (Gesamt) bzw. 3,8 Prozent (Netto) das stärkste Segment. Besonders JWT, Ogilvy & Mather und Grey hätten hierbei stark performt, wie WPP mitteilt. Auch das Segment Public Relations und & Public Affairs trug mit einem Nettoumsatz von 3,4 Prozent zu dem guten Ergebnis bei.
WPP-Chef Martin Sorrell

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Trotz der fortgesetzt positiven Geschäftsentwicklung tritt WPP auf die Bremse: Es gebe keinen Grund für den unbeirrbaren Optimismus eines Don Draper, heißt es in der Bilanz-Pressemitteilung des Unternehmens. Draper, die Hauptfigur in der erfolgreichen Werber-Serie "Mad Men", schreibt der Werbung die Macht zu, die Dinge permanent zu verbessern. Grund zur Zurückhaltung seien in erster Linie die Volatilität der wichtigsten Währungen sowie geopolitische Konflikte, insbesondere in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten. Auch das nach wie vor im Raum stehende Schreckgespenst eines Austritts Griechenland aus der Euro-Zone ("Grexit") und der drohende "Brexit" stünden auf der Agenda. 

Gleichwohl hält 2016 für die Werbeindustrie einige Anlässe bereit, die sich positiv auf die Spendings der Werbungtreibenden auswirken dürften, insbesondere natürlich die Fußball-EM in Frankreich, die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sowie die US-Präsidentschaftswahlen. Für das laufende Jahr rechnet WPP daher mit einer Umsatzsteigerung um deutlich über 3 Prozent, die Nettoerlöse sollen demnach um mehr als 3 Prozent zulegen. ire
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