Werbefilmproduktion Aus Radical Media wird Anorak

Freitag, 17. April 2015
Das Team der neuen Produktionsfirma Anorak
Das Team der neuen Produktionsfirma Anorak
Foto: Anorak

Die langjährige Chefin von Radical Media Berlin Christiane Dressler wagt mit der Werbefilmproduktion Anorak den Neustart. Zwölf Jahre lang war sie der Kopf von Radical Media Berlin und machte die Deutschlandniederlassung des US-Produktionsunternehmens hierzulande zu einer der kreativsten Adressen im Bereich Werbefilm. Diese Ära geht nun zu Ende.

 "Wir sind auf dem Höhepunkt des Erfolgs und sehen deshalb genau jetzt den richtigen Zeitpunkt, etwas Neues zu wagen", sagt Dressler, die in diesem Jahr Mitglied der Film-Craft-Jury bei den Cannes Lions ist. Das Neue heißt Anorak. Unter diesem Label wollen sie und ihr Team ihre Erfolgsstory fortsetzen. Radical Media wird zwar weiter bestehen bleiben, jedoch mit dem Fokus auf der Entwicklung von Entertainment-Formaten.

Regisseur Sebastian Strasser steigt als strategischer Partner bei Anorak ein
Regisseur Sebastian Strasser steigt als strategischer Partner bei Anorak ein (Bild: Anorak)
Bei Anorak steigt der preisgekrönte Werbefilmer Sebastian Strasser ein. Er hat sich nicht nur den neuen Firmennamen ausgedacht, sondern wird als strategischer Partner von Dressler auch eine wichtige Rolle in dem neu gegründeten Unternehmen spielen. Management-Aufgaben wird der Regisseur zwar nicht übernehmen, aber sein kreativer Einfluss soll dafür sorgen, dass Anorak zu einer der Top-Adressen im deutschen Werbefilmmarkt avanciert.  Zum Regie-Portfolio gehört auch Sebastian Schipper. Sein von Radial Media co-produzierter Spielfilm "Victoria" feierte bei der Berlinale Premiere und wurde von Kritikern und Medien gleichermaßen begeistert aufgenommen. In den deutschen Kinos wird er ab 11. Juni zu sehen sein. Strasser und Schipper sind nicht die einzigen Regiestars, mit denen sich Anorak profilieren will. Dressler und ihr Team verfolgen den Anspruch, den deutschen Kreativagenturen nicht weniger als die weltbesten Werbefilmregisseure anzubieten: Zum Start sind unter anderem Daniel Wolfe, Arnaud Uyttenhove, Kim Gehrig und Nick Gordon dabei. Daneben arbeitet das Unternehmen weiterhin mit bekannten und teilweise langjährigen Partnern wie Christian Aeby, Daniel Askill, Derek Cianfrance und Christopher Riggert zusammen. "Wir legen Wert darauf, diese Regisseure exklusiv in Deutschland zu vertreten", sagt Dressler.

Das veränderte, erweiterte Regie-Angebot mit stärkerem Fokus auf Europa ist einer der wichtigsten Gründe für den Neustart, der keine Trennung von Radical Media bedeutet. Vielmehr will Dressler ihr Business in Deutschland breiter aufstellen: Während Anorak vorrangig als Werbefilmproduktion positioniert ist, bleibt Radical Media als Sparte für die Entwicklung von längeren Unterhaltungsprojekten bestehen. "Wir haben diese Bereiche getrennt, weil es ein komplett anderer Fokus ist, wenn man an Langformaten arbeitet", sagt Dressler. "Man muss solchen Projekten mehr Raum zur Entwicklung einräumen. Niemand kann ständig zwischen kurzfristigen Werbejobs und langfristigen Entertainment-Formaten hin und her wechseln."

Mit der neuen Konstellation gehen auch personelle Veränderungen einher: Dressler leitet als Firmengründerin die Geschäfte von Anorak und ist zusammen mit Executive Producer Christoph Petzenhauser und Neuzugang Tobias Steinhauser Ansprechpartner für die Anorak-Kunden. Executive Producerin Catherine Baikousis wird sich vorrangig um die Langformat-Entwicklung bei Radical Media kümmern und dort die Geschäfte gemeinsam mit Dressler führen. Ihr bisheriger Co-Geschäftsführer Lutz Müller verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Anorak wird der internationalen Radical-Media-Gruppe überdies als eigenständiges und unabhängiges Unternehmen partnerschaftlich verbunden bleiben. bu

 
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