Wegen Zoff mit AT&T Deutsche Telekom und Interbrand trennen sich

Donnerstag, 30. Januar 2014
Hans-Christian Schwingen beendet das Kapitel Interbrand
Hans-Christian Schwingen beendet das Kapitel Interbrand

Die harte Auseinandersetzung, die sich die beiden Telekommunikationskonzerne AT&T und Deutsche Telekom auf dem US-amerikanischen Mobilfunkmarkt liefern, bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Agenturbeziehungen - sogar im fernen Deutschland. Betroffen ist die Branding- und Designagentur Interbrand, die bislang sowohl für AT&T als auch für die Deutsche Telekom tätig ist. Damit ist nun Schluss.
Motiv aus der aktuellen T-Mobile-Kampagne in den USA (Foto: Unternehmen)
Motiv aus der aktuellen T-Mobile-Kampagne in den USA (Foto: Unternehmen)
Hans Christian Schwingen, Senior Vice President Group Brand Strategy and Marketing Communications in der Bonner Konzernzentrale, erklärt mit Verweis auf die sich zuspitzende Konkurrenzsituation in den USA, dass man sich "in gegenseitigem Einvernehmen leider trennen muss". Von der Agentur war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Die Suche nach einem neuen Partner für den Bereich Corporate Design und Branding läuft bereits. Der entsprechende Pitch ist angelaufen. Der künftige Etathalter soll sich vor allem um die weitere Umsetzung des erst im vorigen Jahr - noch zusammen mit Interbrand entwickelten - Markenauftritts kümmern. Die Omnicom-Agentur ist seit 1990 - dem Jahr, in dem die 1996 via Börsengang vollzogene Privatisierung angekündigt wurde - für die Deutsche Telekom beziehungsweise deren Vorgängerunternehmen tätig.

Der Kampf um Marktanteile und Kunden in den USA zwischen AT&T und T-Mobile ist zuletzt eskaliert. Die beiden Unternehmen liefern sich einen heftigen Schlagabtausch, der auch werblich ausgetragen wird. So reagierte T-Mobile kürzlich auf eine Anzeigenkampagne des größeren Wettbewerbers, der zur Magenta-Marke abgewanderten Konsumenten bei einer Rückkehr zu AT&T 450 US-Dollar verspricht, ebenfalls mit einer Anzeigenkampagne, in der die Konkurrenz aufs Korn genommen wird (siehe Motiv).

Der Chef von T-Mobile USA John Legere hatte dem Wettbewerber erst kürzlich die Schau gestohlen, als er bei dessen Party auf der CES-Messe in Las Vegas in einem Magenta-Shirt auflief - und prompt rausgeschmissen wurde. Die PR-Punkte gingen eindeutig an Legere und T-Mobile. Die Beziehung zwischen den beiden Konzernen sah auch mal anders aus. 2011 wollte AT&T den Konkurrenten aus Deutschland für fast 40 Milliarden US-Dollar kaufen. Nachdem die Kartellbehörden massive Bedenken formuliert hatten, wurden die Übernahmepläne gestoppt. mam
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