WPP Schwere Vorwürfe gegen JWT-Chef Gustavo Martinez

Freitag, 11. März 2016
Gustavo Martinez
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Der weltweite CEO der Agentur J. Walter Thompson steht massiv unter Druck. Wie die "New York Post" berichtet, hat die Kommunikationschefin des Networks Erin Johnson Klage gegen den Manager erhoben. Sie wirft ihm rassistische und massiv frauenfeindliche Äußerungen vor. Martinez, der seit 2015 an der Spitze von JWT steht, weist die Vorwürfe zurück.
Die Anschuldigungen, die Johnson gegen Martinez erhebt, sind schwerwiegend. So soll er ihr vor anderen Mitarbeitern gedroht haben, sie zu vergewaltigen. Außerdem soll er sie gefragt haben, welche weiblichen Angestellten der Agentur er vergewaltigen könne. Zudem soll er sich abfällig und rassistisch über Afro-Amerikaner und Juden geäußert haben, heißt es in dem Pressebericht der "New York Post", den inzwischen weitere US-Medien aufgegriffen haben. Martinez weist die Vorwürfe entschieden zurück: "Ich versichere unseren Kunden und Mitarbeitern, dass an diesen haarsträubenden Vorwürfen absolut nichts dran ist. Ich bin zuversichtlich, dass dies vor Gericht bewiesen wird", zitieren ihn verschiedene Medien. Das Thema ist auch für den Mutterkonzern WPP höchst brisant. Das Unternehmen hat sich inzwischen gegenüber seinen Top-Managern zum Thema geäußert. In einem knappen Schreiben an die operativen Agenturchefs heißt es, dass sich die Konzernanwälte seit Ende Februar mit dem Thema beschäftigen, bislang aber keinen Beleg für ein Fehlverhalten von Martinez finden konnten. Eine offizielle Anfrage ließ WPP bislang unbeantwortet.

Martinez kam 2014 zu JWT. Ein Jahr später rückte er an die Spitze des Networks. Seine vorherigen Stationen waren unter anderem McCann, wo er als Europachef tätig war, sowie Ogilvy & Mather. mam

Update: Inzwischen hat WPP auf die Anfrage reagiert. Über eine ihrer PR-Agenturen lässt die Holding im Namen von JWT erklären, dass man die Klage am Donnerstag erhalten habe und die Vorwürfe sehr ernst nehme. Martinez habe versichert, dass die Anschuldigungen falsch seien. Entsprechend der Firmenstandards werde man den Vorgang genau untersuchen und sich zu gegebener Zeit wieder zum Thema äußern.
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