WPP Ogilvy-Gruppe legt alle Marken zusammen

Dienstag, 31. Januar 2017
Ogilvy-Chef John Seifert (r.) mit seinem Vorgänger Miles Young
Ogilvy-Chef John Seifert (r.) mit seinem Vorgänger Miles Young
Foto: Ogilvy

Das Agenturnetwork Ogilvy steht vor einem großen Umbau. Wie der seit einem Jahr amtierende weltweite CEO John Seifert jetzt in einem Pressegespräch ankündigt, werden alle Marken der WPP-Tochter zusammengelegt. Künftig wolle man nur noch mit einem "einzelnen integrierten Unternehmen" am Markt auftreten, sagte der Manager dem Fachblatt "Campaign". Den Anfang macht Ogilvy in den USA.

Im Klartext heißt das: Alle bislang eigenständig operierenden Marken der Gruppe wie Ogilvy & Mather, Ogilvy One und Ogilvy PR werden zugunsten der Einzelmarke Ogilvy verschwinden. Zudem soll es pro Land nur noch eine gemeinsame Gewinn- und Verlustrechnung geben. Im Laufe des Jahres soll das Modell weltweit umgesetzt werden. "Jedes Land arbeitet an einem Plan", sagt Seifert. Gleichzeitig kündigt der CEO eine neue Namensarchitektur und die Definition spezieller Servicebereiche an.

Vor wenigen Tagen war ein internes Schreiben von Seifert an die Mitarbeiter des Networks bekanntgeworden, in dem er die Veränderungen ankündigt. Die Agentur will sich künftig weniger an Disziplinen und Etats orientieren als an Kunden und Märkten. In diesem Zusammenhang werden vier große Funktionseinheiten etabliert: Ogilvy Delivery konzentriert sich vor allem auf Umsetzungsleistungen, und zwar in allen Bereichen und Disziplinen. An der Spitze steht als Chief Delivery Officer der deutsche Manager Günther Schumacher. Zudem gibt es die Säulen "Talent", "Growth" sowie "Marketing, Communications and Change". Details dazu finden Sie hier.

Gleichzeitig mit der neuen Struktur werden in einigen Ländern auch die Führungsteams neu aufgestellt, beispielsweise in den USA, Kanada, Frankreich und in mehreren asiatischen Märkten. Wie sich der Umbau auf die deutsche Ogilvy-Gruppe auswirkt und wann die organisatorischen Veränderungen hier greifen, ist noch nicht bekannt. CEO Ulrich Klenke will sich derzeit nicht zum Thema äußern und verweist auf ein in Kürze stattfindendes Gespräch mit der internationalen Führung, bei dem die konkrete Umsetzung festgelegt werden soll. Aufgrund der Aussagen von Seifert dürfte allerdings feststehen, dass es auch im hiesigen Markt zu organisatorischen Veränderungen kommen wird. Aktuell ist die Gruppe in Deutschland mit mehreren Marken vertreten. mam

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