WPP Holdingchef Martin Sorrell warnt vor Schönfärberei

Mittwoch, 26. August 2015
WPP-Chef Martin Sorrell sieht keinen Grund für übertriebenen Optimismus
WPP-Chef Martin Sorrell sieht keinen Grund für übertriebenen Optimismus
Foto: Cannes Lions / Getty Images
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Martin Sorrell WPP


Die Vorlage von Bilanzzahlen nutzt WPP-Chef Martin Sorrell traditionell dazu, einen Blick auf die weltwirtschaftliche Großwetterlage zu werfen. Das ist auch diesmal so. Bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen 2015, die für seinen Konzern positiv ausfallen, warnt er die Werbebranche vor übertriebenem Optimismus. Kontinuierliche Vorsicht sei weiter das Gebot der Stunde, so der Holdingchef.
"Der generelle Optimismus in unserer Branche ist fehl am Platz", findet Sorrell. "Um in der Werbeindustrie zu überleben muss man positiv bleiben, das Glas immer halbvoll sehen. Allerdings passt das Verhalten der Kunden nicht zu dieser Attitüde", so der 70-Jährige. Deren Fokus liege nach wie vor darauf, Kosten zu reduzieren und vor allem ihre Gewinnziele zu erreichen. Zudem herrsche eine große Risiko-Aversion auf Kundenseite. "Einkaufs- und Finanzabteilungen haben die Führung über das Marketing übernommen und Dienstleister werden gedrängt, die Rolle einer Bank oder Versicherung zu spielen", so Sorrell. Auch die weltweiten Konjunkturprognosen liefern für den WPP-Chef trotz einigermaßen stabiler Wachstumsvorhersagen keinen Grund zu übertriebener Zuversicht.
„Einkaufs- und Finanzabteilungen haben die Führung über das Marketing übernommen und Dienstleister werden gedrängt, die Rolle einer Bank oder Versicherung zu spielen.“
Martin Sorrell
Die Halbjahreszahlen von WPP können sich gleichwohl sehen lassen. Auf vergleichbarer Basis zum Vorjahr, also ohne Währungseffekte und Akquisitionen meldet die weltweit größte Werbeholding einen Umsatzzuwachs von fast 5 Prozent auf 5,84 Milliarden britische Pfund. Die Net Sales, eine Kennziffer die bestimmte duchlaufende Kosten herausrechnet und mit der nur WPP arbeitet, sind im selben Zeitraum um 2,3 Prozent auf rund 5 Milliarden Pfund gestiegen.

Am besten entwickelt hat sich einmal mehr die Sparte "Werbung und Media" mit einem Umsatzplus von fast 8 Prozent (Net Sales: plus 2,7 Prozent). Auf regionaler Ebene zog das Geschäft in Nordamerika am stärksten an (plus 7,3 bzw. plus 3,5 Prozent). Der Gewinn vor Steuern und Zinsen beträgt im 1. Halbjahr rund 670 Millionen Pfund, ein Plus von etwa 8 Prozent. Die operative Marge auf Basis der Net Sales liegt bei 15,5 Prozent. mam
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