WPP Gruppe Wunderman verliert CEO Ricardo Vybiral

Montag, 20. Juni 2016
CEO Ricardo-José Vybiral steigt bei Wunderman aus
CEO Ricardo-José Vybiral steigt bei Wunderman aus
Foto: Wunderman

Das Agenturnetzwerk Wunderman muss sich einen neuen CEO für den deutschen Markt suchen. Der bisherige Amtsinhaber Ricardo-José Vybiral wird die WPP-Tochter Ende November 2016 verlassen und einen neuen Job auf Unternehmensseite in seinem Heimatland Österreich antreten. Bei welcher Firma er anheuern wird, ist noch nicht bekannt - nur, dass sie außerhalb der Werbebranche tätig ist. Der Name soll in den nächsten Wochen mitgeteilt werden.

Vybiral war seit Anfang 2006 für Wunderman Deutschland tätig, zunächst als COO, 2009 stieg er zum CEO auf. "Nach mehr als zehn großartigen Jahren ist es Zeit für etwas Neues. Mich zieht es zurück in die österreichische Heimat, nicht zuletzt auch der Familie zuliebe", begründet Vybiral seinen Entschluss. Neben der Familie dürfte aber auch das neue Jobangebot eine Rolle gespielt haben, schließlich ist Wunderman auch in Österreich präsent - der 46-Jährige hätte die Agentur also nicht zwangsläufig verlassen müssen, um nach Wien zurückzukehren.

Mit einer womöglich problematischen Situation bei Wunderman Deutschland habe seine Entscheidung nichts zu tun, betont Vybiral. Im Gegenteil: Die Agentur stehe bestens da, 2016 werde ein sehr erfreuliches Jahr, unterstreicht der CEO. "Ich gehe mit dem guten Gefühl, dass die Mannschaft hervorragend aufgestellt ist und erfolgreich in die Zukunft blicken kann", sagt er. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. "Wir arbeiten zusammen mit Ricardo an einer Nachfolgelösung und rechnen damit, in Kürze einen neuen CEO bekannt geben zu können", sagt Mel Edwards, Europachef von Wunderman, der Vybiral bescheinigt, die deutsche Niederlassung "sehr erfolgreich" geführt zu haben.

Bevor der Noch-CEO 2006 bei der WPP-Agentur anheuerte, war er als Managing Director bei FCB in Österreich tätig. Erfahrungen auf Kundenseite sammelte er als Marketingdirektor bei Compaq. Wunderman ist in Deutschland an den Standorten Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Köln und München vertreten. Zur Gruppe gehören auch Blast Radius und Facts & Fiction. Auf den Kundenliste stehen Unternehmen wie Ford, Deutsche Bank, Adidas und Microsoft. Vor rund einem Jahr hatte Kreativchef Martin Riesenfelder die Agentur verlassen. Seine Position wurde nicht nachbesetzt. mam  

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