WPP Ein Fünftel der Aktionäre stimmt gegen Vergütungspaket von CEO Martin Sorrell

Donnerstag, 08. Juni 2017
WPP-Chef Martin Sorrell wird die Diskussion über sein Gehalt nicht los
WPP-Chef Martin Sorrell wird die Diskussion über sein Gehalt nicht los
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Martin Sorrell WPP Vergütungsreport Roberto Quarta


Der weltgrößte Werbekonzern WPP kommt in der Diskussion um die Bezahlung von CEO Martin Sorrell nicht zur Ruhe. Bei der Hauptversammlung am Mittwoch stimmten mehr als 20 Prozent der Anteilseigner gegen den Vergütungsreport des Unternehmens - und damit gegen das insgesamt 48 Millionen Pfund (rund 55 Millionen Euro) schwere Gehaltspaket von Sorrell.
Die Bezahlung des Konzernchefs erhitzt regelmäßig die Gemüter. 2012 stimmten 60 Prozent der Aktionäre gegen den Vergütungsreport. In den letzten fünf Jahren hat Sorrell mehr als 210 Millionen Pfund verdient. Sein Gehalt setzt sich aus einem Fixum, von der Unternehmensentwicklung abhängigen Boni und langfristigen Aktienoptionen zusammen. Für die kommenden Jahre hat WPP eine Deckelung beschlossen. Ab 2017 soll der CEO nicht mehr als 19 Millionen Pfund verdienen können, ab 2021 nicht mehr als 13 Millionen Pfund. Dann wäre Sorrell, der vor kurzem noch einmal Vater geworden ist, 76 Jahre alt.
Neben der Diskussion über die Vergütung war die Hauptversammlung auch geprägt von der Debatte über die Nachfolgeregelung für Sorrell. Wichtige Investoren drängen offenbar darauf, Klarheit zu haben, wie es nach einem (derzeit nicht absehbaren) Ausscheiden des CEO an der Spitze der Werbeholding weitergeht. Chairman Roberto Quarta erklärte, dass sich WPP seit einiger Zeit intensiver mit diesem Thema befasse. Man führe dazu Gespräche mit geeigneten Talenten innerhalb der Gruppe, habe aber auch eine "regelmäßig verfeinerte" Liste mit externen Kandidaten. Namen nannte Quarta nicht.

Zur Hauptversammlung hat WPP auch aktuelle Zahlen veröffentlicht. In den ersten vier Monaten stieg der Umsatz (ohne Akqusitionen und Währungseffekte) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 4,85 Milliarden Pfund. Im 1. Quaratal betrug das Umsatzplus 0,2 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Muttergesellschaft von Netzwerken wie Ogilvy, J. Walter Thompson, Y&R, Grey, Group M und der deutschen Agentur Scholz & Friends mit einem Umsatzplus von 2 Prozent. Die Börse reagierte negativ auf die Zahlen, der Aktien verloren 3 Prozent an Wert. mam
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