WPP-Chef Martin Sorrell zum Brexit "Sehr enttäuscht"

Freitag, 24. Juni 2016
WPP-Chef Martin Sorrell hätte sich einen anderen Ausgang der Brexit-Abstimmung gewünscht
WPP-Chef Martin Sorrell hätte sich einen anderen Ausgang der Brexit-Abstimmung gewünscht
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Die Briten haben entschieden: Die Mehrheit (rund 52 Prozent) will die Europäische Union verlassen. Welche Auswirkungen das auf die Werbeindustrie hat, ist noch nicht im Detail absehbar. Die Finanzmärkte reagieren jedenfalls geschockt. Das britische Pfund rutscht auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren, an den Börsen in Europa wird mit drastischen Verlusten gerechnet. Der deutsche Leitindex DAX stürzt zum Handelsstart um 10 Prozent ab.
Martin Sorrell, Chef der weltweit größten Werbeholding WPP, die ihren Stammsitz in London hat, zeigt sich "sehr enttäuscht" vom Ausgang der Abstimmung. Gleichzeitig betont er, dass man das Ergebnis respektieren müsse: "Der Wähler hat gesprochen", so Sorrell. Aber: Die jetzt enstehende massive Unsicherheit werde die Entscheidungsprozesse verlangsamen und für deutlich geringere Aktivitäten sorgen. "Das sind keine gute Nachrichten - um es vorsichtig auszudrücken", so der CEO. Für die WPP-Gruppe, zu der Agenturnetzwerke wie Ogilvy & Mather, JWT, Y&R, Grey sowie der Mediaagenturverbund Group M und das Marktforschungsinstitut TNS gehören, ist die Europäische Union ein wichtiger Wirtschaftsraum. Vier der zehn umsatzstärksten Märkte von WPP liegen dort. Allein in Deutschland erzielt WPP einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro.
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Die Konzernregion "Western Continental Europe", in der große EU-Staaten liegen, trägt mit rund 2,5 Milliarden britischen Pfund etwa 20 Prozent zum Gesamtumsatz der Holding bei. Hinzu kommen die osteuropäischen EU-Mitglieder, die WPP in seiner Bilanz in einer separaten Region mit anderen Ländern bündelt. Zum Vergleich: In Großbritannien erwirtschaftet das börsennotierte Unternehmen rund 15 Prozent seiner Umsätze.

Konzernchef Sorrell betont, dass man trotz des enttäuschenden Ergebnisses nun "die Ohren steif halten und das Beste daraus machen" müsse. Dazu gehöre, an der eigenen Strategie festzuhalten. Sie lautet: das Geschäft in den Wachstumsmärkten (BRIC, Next 11) sowie in den Bereichen Digital und Data ausbauen. Zudem will die Gruppe ihr Arbeitsprinzip "Horizontality", also die Kooperation über Agenturmarken hinweg, ausweiten. "Das heißt ironischerweise zusammenzuarbeiten - und nicht getrennt", so Sorrell. mam
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