WPP Brexit-Sorgen trüben die Bilanz

Dienstag, 01. November 2016
WPP-Chef Martin Sorrell bleibt vorsichtig
WPP-Chef Martin Sorrell bleibt vorsichtig
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Brexit WPP Martin Sorrell


Die weltgrößte Werbeholding WPP bekommt die Auswirkungen des Brexit-Votums womöglich schneller zu spüren als gedacht. Wie aus der Konzernbilanz für das 3. Quartal hervorgeht, hat sich das Umsatzwachstum im wichtigen britischen Heimatmarkt deutlich verlangsamt – von 4,7 Prozent im 1. Quartal und 3,5 Prozent im 2. Quartal auf jetzt nur noch 2,1 Prozent.
"Vielleicht sind das die ersten Anzeichen für die Brexit-Sorgen", heißt es in der offiziellen Bilanzerläuterung von WPP. International konnte die Holding den Umsatz im Zeitraum von Juli bis September – bereinigt um Akquisitionen und Währungseffekte – um 3,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Britische Pfund (rund 4 Milliarden Euro) steigern. Auf Neun-Monats-Basis konnte der Umsatz um 3,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Pfund erhöht werden. Am stärksten (plus 5,4 Prozent) legte die Gruppe in der Region Western Continental Europe zu, mit besonders guter Entwicklung in Märkten wie Deutschland, Belgien, Dänemark, Italien und Schweden. Weniger gut lief es beispielsweise in Frankreich und in Spanien. In Bezug auf die Disziplinen konnte WPP in den ersten neun Monaten einmal mehr das Geschäft mit Werbung und Media am stärksten ausbauen. Hier liegt die Wachstumsrate bei 6,2 Prozent. Am schwächsten hat sich dagegen die Säule Data Investment Management entwickelt, mit einem Umsatzrückgang von 0,7 Prozent von Januar bis September.

Mit dem Plus von 3,9 Prozent liegt WPP in Sachen Wachstum aktuell an zweiter Stelle der Werbeholdings – hinter US-Wettbewerber Interpublic, der in den ersten neun Monaten um 4,8 Prozent zulegen konnte. Für das Gesamtjahr hält WPP an seiner Wachstumsprognose von mehr als 3 Prozent fest. Und obwohl Konzernchef Martin Sorrell die Formel „Continued Caution“ weiterhin für das Gebot der Stunde hält, rechnet er auch für das kommende Jahr mit einem Umsatzzuwachs in dieser Größenordnung. mam
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