WPP-Bauprojekt Fatih Akin wehrt sich gegen geplanten Bürokomplex für Scholz & Friends

Freitag, 12. September 2014
So sieht der WPP-Bürokomplex in der Planung aus
So sieht der WPP-Bürokomplex in der Planung aus
Foto: Foto: Quantum Immobilien

Der Widerstand gegen das geplante Bauvorhaben für die britische Werbeholding WPP und ihre Agentur Scholz & Friends in Hamburg nimmt weiter zu. Jetzt melden sich auch prominente Einwohner des Stadtteils Ottensen zu Wort, in dem der Bürokomplex entstehen soll. Zu den Unterzeichnern eines offenen Briefs an WPP-Chef Martin Sorrell und Deutschland-Geschäftsführer Richard Karpik gehört der international renommierte Filmemacher Fatih Akin.
 In dem Schreiben wird WPP aufgefordert, Abstand von dem Vorhaben zu nehmen, sich auf dem Zeise-Parkplatz in Ottensen niederzulassen. Akin und seine Mitstreiter weisen wie die Bürgerinitiative Pro Wohnen Ottensen darauf hin, dass für das Gelände bereits eine Wohnbebauung mit öffentlich geförderten Wohnungen vorgestellt wurde, die bei der Bevölkerung auf große Zustimmung treffe. Gleichzeitig unterstreichen sie die gewachsene Struktur des Stadtteils mit "attraktiven Läden, kulturellen Angeboten und kleinteiligen Gewerben" und appellieren an WPP, diese Strukturen nicht zu verdrängen. Ottensen sei bereits "filettiert, ausverkauft und schwer verwundet von Entwicklern vom Schlage einer Procom Invest", heißt es in dem offenen Brief. Procom Invest will den Bürokomplex zusammen mit Quantum Immobilien bauen und an WPP vermieten. Das geplante Investitionsvolumen für das sechsstöckige Gebäude, in dem 850 Mitarbeiter Platz finden sollen, liegt bei 65 Millionen Euro. "Einen weiteren Bürokomplex verkraftet dieser Stadtteil nicht. Wir wehren uns gegen den Ausverkauf Ottensens an einige wenige Profiteure", schreiben Akin und Co an WPP. Statt sich in Ottensen anzusiedeln, sollte der Werbekonzern lieber in die Hafencity gehen. Dort seien für international agierende Unternehmen mit erheblichem Aufwand die begehrtesten Flächen erschlossen worden.

Der Brief endet mit einem eindringlichen Appell - und einer mehr oder weniger deutlichen Kampfansage: "Unterschätzen Sie uns nicht. Denn wir sind hier schon lange zu Hause. Das ist unser Terrain, unser Stadtteil. Wir sind viele, wir sind hervorragend vernetzt, und wir haben einen langen Atem." Zu den weiteren Unterzeichnern gehören Schauspielerin Nina Petri und Buddy Lüders, Leiter Programmplanung des Kultur- und Veranstaltungszentrums Fabrik.

Für den kommenden Samstag hat die Bürgerinitiative Pro Wohnen Ottensen eine Demonstration angekündigt. mam
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