WPP Abschreibungen auf Online-Marktforscher Comscore drücken den Gewinn

Mittwoch, 24. August 2016
CEO Martin Sorrell erreicht mit WPP trotz Gewinneinbruch ein Allzeithoch an der Börse
CEO Martin Sorrell erreicht mit WPP trotz Gewinneinbruch ein Allzeithoch an der Börse
Foto: WPP
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WPP Martin Sorrell ComScore


Die weltgrößte Werbeholding WPP hat am heutigen Mittwoch ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Die Umsätze können sich einmal mehr sehen lassen. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 6,6 Milliarden britische Pfund (8,4 Milliarden Euro). Deutlich geschrumpft ist dagegen der Ertrag. Der Gewinn vor Steuern brach um fast die Hälfte auf 425 Millionen Pfund ein.

Die Börse reagierte dennoch begeistert auf die Zahlen von WPP. Die Aktie kletterte unmittelbar nach Veröffentlichung auf ein Allzeithoch von 1875 Pence. Das dürfte vor allem daran liegen, dass CEO Martin Sorrell die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von "über" 3 Prozent auf "deutlich über" 3 Prozent anhob. Die positive Stimmung kann auch der Gewinneinbruch nicht trüben. Er kommt in erster Linie durch außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 122 Millionen Pfund zustande, vor allem auf die Online-Marktforschungsfirma Comescore. An ihr hatte sich WPP Anfang vorigen Jahres über seine Tochter Kantar beteiligt. Bereinigt erwirtschaftete WPP einen Gewinn von 769 Millionen Pfund.

WPP meldet als einzige der großen Werbeholdings neben dem Umsatz auch die Kennziffer Net Sales, bei der bestimmte durchlaufende Posten aus der Bilanz herausgerechnet werden. Bei den Net Sales kommt die Gruppe auf 5,6 Milliarden Pfund, was einem Zuwachs von 3,8 Prozent entspricht. Am stärksten konnte WPP im 1. Halbjahr in der Region Western Continental Europe zulegen. Hier kletterten die Umsätze um 5,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Pfund. Ausdrücklich genannt werden in der Bilanz gut gehende Geschäfte in Österreich, Belgien, Dänemark, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen und Schweden. Sie alle haben sich im 2. Quartal besser entwickelt als in in den ersten drei Monaten des Jahres. Deutschland taucht in dieser Aufzählung nicht auf - allerdings auch nicht in der Liste der Länder, wo es laut WPP etwas schlechter aussieht (Frankreich, Portugal, Spanien).

Bei den Disziplinen wächst WPP erneut im Bereich Werbung und Media am stärksten. In diesem Bereich erhöhten sich die Umsätze im 1. Halbjahr um 6,6 Prozent auf fast 3 Milliarden Pfund. Ebenfalls zulegen können die Segmente PR und Public Affairs (+ 2,7 Prozent) sowie Branding & Identity und Healthcare (+ 4 Prozent). Kein Wachstum gibt es in der Sparte Marktforschung.

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zeigt sich WPP grundsätzlich optimistisch, hält aber an seiner vorsichtig-abwartenden Positon fest. "Einkauf und Finanzen bleiben weiterhin die bestimmenden Funktionen (in den großen Unternehmen), Marketing nimmt auf dem Rücksitz Platz", heißt es in dem offiziellen Ausblick von CEO Sorrell. Gleichwohl erhöht das Unternehmen seine Prognose und erwartet nun ein Wachstum von deutlich mehr als 3 Prozent für das Gesamtjahr. mam      

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