Virtual Reality Amnesty International und die bewegende Reise ins zerstörte Syrien

Donnerstag, 17. März 2016
Amnesty International entführt mit seiner Virtual-Reality-Tour ins zerstörte Aleppo
Amnesty International entführt mit seiner Virtual-Reality-Tour ins zerstörte Aleppo
Foto: 360syria.com

Amnesty International ist ja für ungewöhnliche Marketingaktionen bekannt. Nachdem die Menschenrechtsorganistion 2014 aus Folterwerkzeugen ein Schlagzeug machte, nutzt Amnesty jetzt den aktuellen Virtual-Reality-Trend für eine außergewöhnliche Kampagne - und zeigt hautnah die Zerstörungen in der syrischen Stadt Aleppo.

Take a 360° tour of war-torn Syria from Amnesty International on Vimeo.

"Fear of the Sky" heißt der Auftritt, den die NGO gemeinsam mit der Tech-Agentur Junior und der syrischen Firma Lamb Media Production umgesetzt hat. Auf der Kampagnenwebsite 360Syria.com, deren Inhalte sowohl am Desktop als auch auf Smartphones beziehungsweise VR-Geräten abgerufen werden können, erwarten den Nutzer bewegende Realaufnahmen aus dem zu großen Teilen zerstörten Syrien.

Vor allem wird mit den zahlreichen 360-Grad-Videos gezeigt, wie sich der Alltag der Menschen im Land durch die Fliegerbomben verändert hat - viele Schulen wurden dem Erdboden gleichgemacht, die einstigen Lebensmittelmärkte gibt es praktisch nicht mehr. Und die Zuseher wähnen sich durch die VR-Tour und den Einsatz realistischer Sounds mitten im Geschehen. Begleitend zu den erschütternden Fotos und Videos erklärt eine Erzählerin, wo sich der Nutzer gerade befindet und was der jeweilige Platz einstmals für die syrische Bevölkerung bedeutete.
360syria.com wurde von der Tech-Agentur Junior umgesetzt
360syria.com wurde von der Tech-Agentur Junior umgesetzt (Bild: 360syria.com)
"Die Verwüstung in Syrien ist herzzerreißend", sagt Zac Rolland, Lead Developer bei Junior, gegenüber "AdFreak". "Unsere Herausforderung war es, den fesselndsten und am besten zugänglichen Weg zu finden, um der Welt zu verständlich zu machen, was dort passiert. Web-VR tut genau das."

Tatsächlich ist es dem gelungenen Einsatz der Virtual-Reality-Technologie zu verdanken, dass die Amnesty-Kampagne ohne große Effekthascherei und theatralische Inszenierung aufs Wesentliche konzentriert ist - und so einen bewegenden Effekt auf die Nutzer entfaltet. Mit dem Auftritt will die Organisation vor allem die unbewaffneten und friedlichen syrischen Aktivisten unterstützen, die man eigens in einem Kapitel vorstellt. Sowohl für die "Weißhelme" als auch die übrige Bevölkerung ruft Amnesty mit "360 Syria" zum Spenden auf. tt
Meist gelesen
stats