Verstörend Publicis und Innocence in Danger warnen mit drastischen Bildern vor Online-Inhalten

Mittwoch, 28. Mai 2014
Die Kampagne soll zur Diskussion anregen
Die Kampagne soll zur Diskussion anregen

Publicis in Frankfurt unterstützt die Kinderschutzorganisation Innocence in Danger bei einer aktuellen Kampagne zum Thema "Kindgerechter Umgang mit dem Internet". Unter dem Motto "Wissen Sie, was Ihr Kind gerade im Internet sieht" zeigen die Motive Kinder, deren Augen durch schreiende Münder ersetzt wurden. Volker Schrader, Executive Creative Director von Publicis in Frankfurt, ist sich durchaus bewusst, dass der Auftritt verstörend wirkt und garantiert polarisieren wird. Er hofft aber auch, dass damit eine Diskussion angestoßen wird. "Online kommt die ganze Welt zu einem - manchmal mit einer solchen Wucht, dass Kinder es nicht ertragen, nicht aushalten können", erläutert Schrader das Konzept. Bei der aktuellen Kampagne schreien die Augen der Kinder sprichwörtlich heraus, was sie gerade sehen. Schrader betont, dass man keineswegs Horror-Bilder inszenieren, aber das Thema durchaus eindringlich besetzen wollte, damit der Auftritt im Kopf bleibt. Das ist dem Team damit zweifellos gelungen.

Der preisgekrönte Fotograf Achim Lippoth, bekannt für seine Inszenierungen im Magazin "Kid's Wear" hat die Kinder fotografiert. Art Direktorin Sonja Fritsch ist für die Verfremdung der Bilder verantwortlich. Die Motive werden in Form von Plakaten, Flyern, Anzeigen und Online-Maßnahmen zu sehen sein. Erste Schaltungen sind in "Vice" und "Kid's Wear Magazine" geplant. Julia von Weiler, Vorstand des Vereins Innocence in Danger, sagt über die jüngste Kampagne: "Unsere Aufgabe ist es, aufmerksam zu machen. Kinder in Not brauchen Erwachsene an die sie sich wenden können. Eltern müssen wissen, was online passieren kann. Unsere Präventionsprojekte unterstützen Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte genau dabei."

Die Aktion von Publicis ist übrigens nicht der erste Auftritt, mit dem Innocence in Danger für Gesprächsstoff sorgt. Voriges Jahr hat sich der Verein international mit einer Kampagne von Serviceplan einen Namen gemacht, die zahlreiche Kreativpreise abgeräumt hatte. Das Projekt "The Daily Abuse" war eine Tageszeitung, die ausschließlich aus Namen von missbrauchten Kindern gestaltet und getextet war. Sie wurde am 19. November 2012, am Welttag zur Vorbeugung von Kindesmissbrauch, in 23 Städten weltweit verteilt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. bu

-
-
Meist gelesen
stats