Upljft Wie sich das Joint Venture von Thjnk und Facelift entwickelt hat

Freitag, 09. Dezember 2016
Upljft-Geschäftsführer Jan Bechler
Upljft-Geschäftsführer Jan Bechler
© Upljft

Die Übernahme von Facelift durch DuMont hat auch Auswirkungen für Thjnk: Im vergangenen Jahr gründete die Werbeagentur mit dem Social-Dienstleister das Joint Venture Upljft. Was man sich von dem neuen Partner erhofft und wie die Bilanz des ersten Jahres ausfällt, erklärt Geschäftsführer Jan Bechler im Gespräch mit HORIZONT Online.
Für viele kam die Nachricht, dass DuMont 75 Prozent an Facelift übernimmt, überraschend. Zwar war bekannt, dass die Geschäftsführung des 2011 gegründeten Technologie-Dienstleisters für Social-Media-Marketing einen Exit prüft - an das Kölner Medienhaus als neuen Eigentümer dachten dabei die wenigsten. "Wenn wir Teil von IBM, Microsoft oder SAP geworden wären, wären wir ein kleines Feature gewesen, das zwischen die Mühlen eines Multimilliarden-Euro-Unternehmens geraten wäre", erklärte Facelift-CEO Benjamin Schroeter, der das Unternehmen gemeinsam mit COO Teja Töpfer gegründet hatte, gegenüber Online Marketing Rockstars. "Mit dem jetzigen Deal haben wir eine gewisse Prominenz und sind zum Startschuss der digitalen Transformation des Unternehmens mit dabei." Teil des Deals ist auch die Agentur Upljft, die Facelift im vergangenen Jahr gemeinsam mit Thjnk gegründet hatte. Das Ziel: Social-Media-Werbung durch die Verbindung von Kreation und Technologie auf ein neues Level zu heben. Indem DuMOnt künftig zu 75 Prozent an Facelift beteiligt ist, gehören dem Medienhaus auch drei Viertel des 50-prozentigen Facelift-Anteils an Upljft, also 37,5 Prozent. Die restlichen 12,5 Prozent verbleiben bei Schroeter und Töpfer. Wie ein DuMont-Sprecher gegenüber HORIZONT Online erklärt, soll das Joint Venture auch in der künftigen Ausrichtung eine Rolle spielen: "Grundsätzlich will DuMont alle Assets von Facelift weiter stärken und hat daher auch ein langfristiges Interesse an Upljft." Bei Upljft kann man sich mit dem Gedanken, künftig mit DuMont zusammenzuarbeiten, durchaus anfreunden: "DuMont ist ein starker neuer Partner, der zusätzliche Vertriebspower einbringt", so Geschäftsführer Jan Bechler im Gespräch mit HORIZONT Online. Gut denkbar ist auch, dass Upljft durch den neuen Partner Zugang zu neuen Kunden und weiteren Branchen bekommt.

Das könnte sich positiv auf die Auftragslage auswirken, die laut Bechler allerdings auch so schon erfreulich sei. In den vergangenen zwölf Monaten habe man für 20 Kunden gerarbeitet, sowohl fest als auch projektbezogen. Zu den prominentesten darunter gehören die Hotelkette Steigenberger und das Filmstudio Warner Bros (siehe Case-Videos). Dass über die Etatgewinne sowie über die Cases in der Fachpresse recht wenig zu lesen war, begründet Bechler mit einer guten Portion Understatement: "Wir sind hanseatisch zurückhaltend. Unser Motto ist: Underpromise, overdeliver."
"Social Advertising stößt generell auf großes Interesse. Wir haben in unserem ersten Jahr gemerkt, dass der Grundgedanke von Upljft, Strategie, Kreation und Media aus einer Hand zu bieten, bei vielen Unternehmen sehr gut ankommt", bilanziert Bechler. Das habe sich auch wirtschaftlich ausgewirkt. So arbeite man bereits ein Jahr nach der Gründung profitabel, sagt Bechler - ohne allerdings konkrete Zahlen zu Umsatz und Gewinn zu nennen. Daher soll auch das Team ausgebaut werden. Derzeit arbeiten neun Menschen - sowohl Kreative als auch "Tekkies" - für die Agentur.

Dabei will Bechler allerdings nicht unbedingt darauf vertrauen, dass er fertige Mitarbeiter in die Agentur holen kann: "Der normale Kreative legt ja eher eine durchschnittliche Liebe für Daten an den Tag", so der Uplft-Chef. Daher müsse jeder, der bei der Agentur neu anfängt, eine Art "Boot Camp" zu den Themen Technologie, Daten und Kampagnen-Management durchlaufen. "Nur wer diese Dinge beherrscht, kann gute Werbung für soziale Netzwerke machen."
Im kommenden Jahr sollen dann von den Projektkunden so viele wie möglich zu festen Kunden gemacht werden. Doch auch inhaltlich soll sich Upljft weiterentwickeln. Derzeit schaue man sich vor allem das Thema Programmatic Creativity sehr genau an, so Bechler. "Hier liegt unserer Ansicht nach großes Potenzial." ire
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