Unfaire Ausschreibung Pitchblog tadelt Berliner Wasserbetriebe

Mittwoch, 27. Mai 2015
Rechtsanwalt Ben Irle kümmert sich um das Pitchblog
Rechtsanwalt Ben Irle kümmert sich um das Pitchblog
Foto: Irle Moser LLP

Für den Pitchblog ist es ein "Schlag ins Wasser": Die Berliner Wasserbetriebe haben ein Agenturauswahlverfahren gestartet, bei dem der Umfang des einzureichenden Kreativkonzepts in keiner fairen Relation zum vorgegebenen Erarbeitungszeitraum steht. Kein Wunder, dass der Fall von den Betreibern des Pitchblog als neuer "Foul Pitch" aufgenommen wird.
Stein des Anstoßes ist dabei zunächst einmal die kurze Frist. Zur Abgabe eines "Konzepts zur Weiterentwicklung der Informations- und Öffentlichkeitskampagne der Berliner Wasserbetriebe" wurden von dem Unternehmen am 22. April 2015 mehrere Agenturen per Mailing aufgefordert. Deadline war dagegen nur drei Wochen später, am 13. Mai. Dabei sollte das Konzept bereits bei der schriftlichen Abgabe umfangreich sein und die "Entwicklung eines Kreativansatzes (kommunikatives Dach), die Entwicklung/Ausarbeitung eines überzeugenden Storytelling-Ansatzes, die Erstellung/Umsetzung eines Gesamtkonzepts für die Kampagne (inklusive einer groben Empfehlung für die Mediaplanung) sowie die Entwicklung und Umsetzungsplanung von Informations-, Aktivierungs- und Dialogmaßnahmen für definierte Zielgruppen mit konkreter Aussage" enthalten. Ein Rundum-sorglos-Paket also.
„Stellt man den erheblichen Konzeptionsaufwand dem doch sehr kurz bemessenen Konzepterarbeitungszeitraum gegenüber, kommen Zweifel an einer fairen Ausschreibung auf“
Pitchblog
Womit die Macher des Pitchblog zum entscheidenden Kritikpunkt kommen: "Stellt man den erheblichen Konzeptionsaufwand dem mit drei Wochen doch sehr kurz bemessenen Konzepterarbeitungszeitraum gegenüber, kommen Zweifel an einer fairen Ausschreibung auf." Ein weiteres Problem sei in diesem Zusammenhang auch das vorgegebene Budget von 400.000 Euro (inklusive Agentur- und Fremdleistungen) - laut Pitchblog erscheint es bei dem vorgegebenen Konzeptumfang zumindest fraglich, ob diese Rechnung der Berliner Wasserbetriebe aufgehen kann. Zudem wird von dem Unternehmen kein Pitch-Honorar gezahlt.

Den kompletten Beitrag lesen Sie im Pitchblog. Die Website wurde auf Iniative der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) ins Leben gerufen und von der Berliner Kanzlei Irle Moser umgesetzt. tt
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