Unfaire Agenturausschreibung Pitchblog kritisiert die Metronom Eisenbahngesellschaft

Mittwoch, 21. Juni 2017
Der Pitchblog ist eine Initiative der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA)
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Foto: Pitchblog

"Finger weg", rät der von der GPRA ins Leben gerufene Pitchblog Agenturen, wenn es um die Teilnahme an dem Auswahlverfahren bei der Eisenbahngesellschaft Metronom geht. Diese sucht in einer Ausschreibung nach einem Kreativpartner, der Leistungen in den Bereichen Kreativität, Grafik/Layout sowie Text und Produktion anbietet. Die Konditionen sind allerdings alles andere als fair, wie die Blogger finden.

Insbesondere in Bezug auf Transparenz und Fairness findet der Pitchblog die Ausschreibung von Metronom und Schwestergesellschaft Erixx "fragwürdig". So lägen zum Beispiel keine "ausdiferrenzierten Bewertungskriterien" vor: Es werde etwa kein Pitch-Honorar genannt, aber trotzdem Arbeitsproben verlangt.

Auch die kurze Laufzeit des Vertrags mit dem Pitch-Gewinner über nur ein Jahr finden die Pitchblogger nicht fair, ebenso wie die inbegriffene Probezeit für Nicht-Bestandskunden. Zudem prangert die Pitchblog-Kanzlei Irle Moser an, dass Metronom in der Ausschreibung kein Gesamtbudget nennt, das für die gewünschten Maßnahmen zur Verfügung steht.
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Die Macher des Pitchblogs erhielten bereits eine Rückmeldung der Eisenbahngesellschaft zu den Vorwürfen. Darin erklärt Metronom das Ganze laut Pitchblog damit, noch nicht viel Erfahrung in der Agenturausschreibung zu haben. Deswegen sei die Eisenbahngesellschaft sich bewusst, dass die Anfrage nicht perfekt ist - dennoch fände man es "schade", dass die Ausschreibung "angeprangert" wird.

Warum die Ausschreibung fair gegenüber Agenturen sein soll, verstünden die Verantwortlichen auf Seiten der Eisenbahngesellschaft generell nicht, heißt es auf dem Pitchblog. Es gehe bei der Ausschreibung vielmehr darum, "einen guten Partner zu bestmöglichen Konditionen zu gewinnen" und die Interessen des Unternehmens zu erfüllen. Auch in Sachen Budget sollten die Bedürfnisse der Eisenbahngesellschaft im Fokus stehen, liest man in der auf dem Pitchblog veröffentlichten Metronom-Stellungnahme: "Wir wollen das bestmögliche Angebot in Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis für unsere angefragten Leistungen erhalten. Wenn wir vorab ein Budget nennen, wird das Angebot das Budget treffen. Ohne Budget sollte das Angebot die tatsächlichen Kosten für die Agentur widerspiegeln".

Dass die Eisenbahngesellschaft ihre vermeintlichen Fehler weder einräumt noch ändern will, tolerieren die Pitchblogger nicht. Deswegen lautet ihre Empfehlung an Agenturen "Finger weg" von einer Bewerbung bei Metronom - sowohl die Ausreden als auch das Verhalten der Gesellschaft seien nicht akzeptabel. bre

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