Umsatzranking Meta Design bleibt Deutschlands größte Designagentur

Donnerstag, 15. August 2013
Wieder an der Spitze: Uli Mayer-Johanssen, Chairwoman von Meta Design (Bild: Meta Design)
Wieder an der Spitze: Uli Mayer-Johanssen, Chairwoman von Meta Design (Bild: Meta Design)

Zum dritten Mal in Folge melden Design-Agenturen gute Geschäfte. Zusammengenommen konnten die 30 größten deutschen Branding-Anbieter im vergangenen Jahr in ihren Kernkompetenzen Corporate Design (CD) und Corporate Identity (CI) einen Honorarumsatz von 108 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einem Zuwachs von circa 4 Prozent. Sämtliche Geschäftsbereiche eingeschlossen erreichen die Top-30-Agenturen ein Gross Income von 133 Millionen Euro. Die Zahlen können sich sehen lassen. Doch Agenturchefs üben sich in Zurückhaltung. Konjunktur paradox. Die Euphorie ist verflogen. Selbst bei Meta Design, der Vorzeigeagentur, die mit einem Umsatz von 17,3 Millionen Euro unangefochten den Spitzenplatz einnimmt, herrscht nicht eitel Sonnenschein. Ein kleines Minus von wenig mehr als einem halben Prozent verzeichnet das HORIZONT-Ranking für das Geschäftjahr 2012. "Kaum der Rede wert", spielt Chairwoman Uli Mayer-Johanssen das magere Ergebnis herunter, "seit Meta Design top ist, gehören Schwankungen dazu." Wohl wahr. Aber Zuwächse im zweistelligen Bereich wie noch 2011 sind bei der ewigen Nummer 1 vorerst nicht mehr zu erwarten. Zwar steht der Branchenprimus mit seiner Jahresbilanz keineswegs schlecht da, doch personell musste die Agentur erheblich Federn lassen. Zahlreiche Führungskräfte sind im Berliner Meta-Haus in der Leibnizstraße nicht mehr an Bord. Chief Client Officer Tobias Phleps kehrte der Agentur Mitte des Jahres den Rücken, Finanzchef Emmanuel Thomassin, Businessexpertin Melanie Rönnfeld, Strategiechef Dirk Nitschke und Executive Creative Director Florian Dengler folgten. Mayer-Johanssen und Co-Vorstand Arne Brekenfeld sind derzeit kräftig mit dem Umbau der Agentur beschäftigt.

Die Top-10 auf einen Blick (Zum Vergrößern klicken; Tabelle: HORIZONT 33/2103)
Die Top-10 auf einen Blick (Zum Vergrößern klicken; Tabelle: HORIZONT 33/2103)
Auf aktuelle Trends in der Branche angesprochen, sagt Mayer-Johannsen: "Die Zeiten, da eine Agentur mit einem Unternehmen einen Rahmenvertrag abschloss und alle mit der CI-Entwicklung verbundenen Projekte entwickelte, sind vorbei. Das CI-Geschäft dreht sich schneller, die Projekte wechseln häufiger." Und das hat mitunter gravierende Konsequenzen. Denn nach wie vor sind "dauerhafte Kundenbeziehungen der Schlüssel zum Erfolg einer Identity-Agentur", wie Mutabor-Geschäftsführer Heinrich Paravicini erläutert. Doch auch er kommt nicht umhin, einzuräumen, dass er immer mehr mit kurzfristigen Projekten befasst ist. Bislang galt: Corporate Design respektive Branding ist im Gegensatz zur Werbung ein langfristiges Geschäft. Mehrjährige Mandate waren die Regel, "denn Markenaufbau beruht nun einmal auf Konsistenz und stufenweiser Implementierung", wie es Tammo Bruns, der Geschäftsführer der Bremer Agentur Kleiner und Bold, formuliert.

Mittlerweile aber werden Etats geteilt. "Die Zusammenarbeit ist eher von Einzelprojekten geprägt, die flexibel nach Bedarf definiert werden", erläutert Ex-Meta-Mann Mathias Illgen, der 2009 in Berlin die Agentur Stan Hema an den Start brachte und unter anderem Bertelsmann und Freudenberg zu seinen Kunden zählt. Strichpunkt-Chef Jochen Rädeker bringt das Problem auf den Punkt: "Dauerhafte Verträge im Sinne von nur grob definierten Retainern gibt es so gut wie nicht mehr, Agenturen müssen ihre Qualität und Klassen von Projekt zu Projekt neu beweisen", sagt er und scheint dies kaum zu bedauern. Auch aus Projekten ergeben sich bei entsprechender Leistung belastbare, langjährige Verbindungen.

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Das kann Knut Maierhofer, Chef von KMS Team in München, nur bestätigen: Seine Auftraggeber seien durchaus daran interessiert, beständige Beziehungen einzugehen: "Wir betreuen nach wie vor viele Unternehmen über einen langen Zeitraum hinweg." Heidelberger Druckmaschinen und die Münchner Pinakotheken etwa wissen die Expertise von KMS seit Jahren zu schätzen. Projektgeschäft, so Maierhofer, sei keineswegs die Regel. Vor allem größere Kunden fragten das übergreifende Angebot aus den Bereichen Strategy, Branding, Interactive und Coaching nach. Fabian Wurm
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