Umparkenimkopf.de Opel und Scholz & Friends kämpfen gegen Vorurteile

Dienstag, 25. Februar 2014
Webauftritt "Umparkenimkopf.de"
Webauftritt "Umparkenimkopf.de"

Wer in diesen Tagen durch deutsche Städte geht, hat die Plakate sicher schon gesehen. Auch in Tageszeitungen und im Internet sind die Motive zu finden. "18 Prozent der Deutschen mögen keine Oliven. 60 Prozent davon haben noch nie eine probiert", oder "Wer schwul ist, kann nicht Fußball spielen. Es sei denn er war Deutscher Meister", ist da zu lesen. Auf den ersten Blick könnte man glauben, es handele sich um die Kampagne einer sozialen oder gesellschaftlichen Institution, die auf weit verbreitete Vorurteile hinweisen will.
Umparkenimkopf.de kämpft gegen Vorurteile
Umparkenimkopf.de kämpft gegen Vorurteile
Doch es lohnt, genauer hinzuschauen. Das Kampagnenmotto "Umparken im Kopf" deutet an, dass auch jemand anders dahinterstecken könnte, zum Beispiel ein Autobauer. Auf diese Fährte führt auch der Farbcode der Motive sowie die Typographie. Die schwarz-gelbe Optik sowie die Schrift deuten auf das Corporate Design von Opel hin. Untermauert wird dieser Eindruck durch einen Blick ins Impressum der Microsite. Als Absender ist dort "Moccatactic" genannt. Das ist nicht etwa ein Hinweis auf das Opel-Modell "Mocca", sondern der Name einer der Mediaagenturen, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet. Dabei handelt es sich um eine im vorigen Jahr gegründete Tochterfirma der Moccamedia-Gruppe, die für General Motors beziehungsweise Opel tätig ist.

Die Anzeigen erscheinen in der Tagespresse
Die Anzeigen erscheinen in der Tagespresse
Eine Bestätigung von Opel, dass man hinter dem Auftritt steckt, gibt es bislang nicht. "Mir ist nicht bekannt, dass diese Kampagne von uns stammt", sagt ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Von der für Opel zuständigen Werbeagentur Scholz & Friends in Hamburg gibt es keine Stellungnahme. Allerdings hatten sowohl Auftraggeber als auch Agentur angekündigt, dass Ende Februar eine groß angelegte Imagekampagne mit Schauspielern als Testimonials starten soll, in der es um "Ehrlichkeit und Authentizität" geht.

Genau das ist Gegenstand des jetzigen Auftritts. Neben den Motiven sind im Internet Kurzfilme mit Schauspielern wie Joachim Krol, Fahri Yardim, Bettina Zimmermann und Nadja Uhl zu sehen, in denen sie sich über den Umgang mit Vorurteilen äußern - und anmahnen, diese auf den Prüfstand zu stellen. Dieser Ansatz passt gut zur Situation von Opel. Trotz erster Erfolge mit den neuen Produkten leidet die Marke immer noch unter dem Bild, das sich in den Köpfen der Verbraucher festgesetzt hat. mam
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