Umfrage von Beamtenbund und Forsa Nur Versicherungsvertreter haben ein schlechteres Image als Werber

Freitag, 25. August 2017
Mitarbeiter von Werbeagenturen genießen weiterhin kein hohes Ansehen in der Bevölkerung
Mitarbeiter von Werbeagenturen genießen weiterhin kein hohes Ansehen in der Bevölkerung
Foto: Fotolia / Robert Kneschke

Der alte Spruch der französischen Werbelegende Jacques Séguéla scheint immer noch zu gelten: "Sag meiner Mutter nicht, dass ich in der Werbung arbeite. Sie glaubt, ich bin Pianist in einem Bordell." Denn um das Image von Werbern ist es weiterhin nicht gut bestellt. Das geht aus der jährlich stattfindenden repräsentativen Befragung von Beamtenbund und Forsa zum Öffentlichen Dienst hervor, bei der auch das Ansehen einzelner Berufsgruppen ermittelt wird.

Die Imagewerte von Werbern sind seit Jahren im Keller. Eigentlich dachte man, der Tiefststand sei erreicht und es könne nur noch besser werden. Doch jetzt rutscht die Kennziffer sogar weiter ab. Nur 12 Prozent der Befragten haben ein "sehr hohes oder hohes" Ansehen von Mitarbeitern einer Werbeagentur. Das ist noch mal ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Bei der ersten Erhebung im Jahr 2007 lag der Wert immerhin bei 18 Prozent. Über die Jahre ist er kontinuierlich gesunken.


Besonders enttäuschend für die Lobbyverbände der Agenturen dürfte dabei sein, dass Werber in der aktuellen Umfrage der einzige Berufsstand sind, der an Zustimmung verloren hat. Alle anderen, sogar die vielgescholtenen Politiker und Journalisten, konnten ihr Ansehen in der Bevölkerung verbessern oder mindestens gleich halten. Bei Politikern erhöhte sich der Zustimmungswert um einen Punkt auf 25 Prozent, bei Journalisten sogar um 7 Punkte auf 51 Prozent. Bei Managern gab es mit 26 Prozent keine Veränderung.

Die Enttäuschung bei GWA, GPRA und Co dürfte umso größer sein, da die Verbände seit geraumer Zeit versuchen, mit verschiedenen Initiativen das Image von Kommunikationsberufen aufzupolieren. So hatten sie im Frühjahr unter dem Motto "Mach was draus - komm in die Agentur" eine Employer-Branding-Kampagne gestartet, die junge Leute für die Branche begeistern soll. In der Gesamtbevölkerung zeigen diese Bemühungen bislang jedenfalls keinen Erfolg. Nur eine Berufsgruppe steht in der Umfrage noch schlechter da: Versicherungsvertreter. Ihr Zustimmungswert liegt bei 11 Prozent.

An der Spitze der Liste rangieren traditionell Feuerwehrleute. Hier erhöhte sich der Zustimmungswert noch einmal um 3 Punkte auf jetzt 96 Prozent. Dahinter folgen Ärzte mit 89 Prozent sowie Kranken- und Altenpfleger mit 88 Prozent. mam         

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