Umfrage Wie Mobile endlich den Durchbruch schaffen kann

Freitag, 04. September 2015
Der Durchbruch der Gattung Mobile lässt noch auf sich warten - oder?
Der Durchbruch der Gattung Mobile lässt noch auf sich warten - oder?
Foto: Rangizzz/Fotolia
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Kampagne Umfrage AGOF Apps


Mobile Dienste und Kampagnen sollen die Konsumenten nachhaltig erreichen, doch der kleine Screen findet nicht immer die gewünschte Akzeptanz. HORIZONT fragt Agenturen und Vermarkter, wie das zu ändern ist.

Was müssen eine mobile Kampagne, ein mobiler Dienst oder ein mobiles Angebot leisten, um endlich den weitreichenden Durchbruch für die Gattung Mobile zu erwirken?

Stefan Schumacher, Executive Director Digital bei G+J EMS

Stefan Schuhmacher, Executive Director Digital bei G+J EMS
Stefan Schuhmacher, Executive Director Digital bei G+J EMS (Bild: Gruner + Jahr)
Von mangelnder Akzeptanz kann nach unseren Erfahrungen keine Rede sein – im Gegenteil. Unsere Kampagnenergebnisse zeigen vielmehr, dass die Performance mobiler Kampagnen oftmals deutlich oberhalb derer in Online liegt. Und auch unsere Werbewirkungsstudien belegen, dass der Mobile-Kanal in Bezug auf die maßgeblichen Brandingfaktoren und die Kampagnen-Awareness deutlich besser wirkt als andere Kanäle. Dies widerlegt gleichzeitig die immer wieder monierte, angeblich nicht ausreichende Größe der mobilen Werbeformen.Mobile ist definitiv auf dem Weg zum festen Bestandteil im Mediamix – denn mittlerweile entfällt ein signifikanter Teil der täglichen Mediennutzung auf Mobile und die Spendings folgen den Verbrauchern in diesen Kanal. So hat inzwischen nahezu jede digitale Kampagne mobile Bestandteile, das heißt Mobilewerbung ist hocheffizient und längst auf Augenhöhe mit Onlinewerbung. Entscheidend ist, wirklich "mobile" zu denken und die Besonderheiten des Kanals bei der Entwicklung eines mobilen Angebots oder der Kampagnenplanung zu berücksichtigen. Es geht vor allem darum, mit intelligenten Konzeptionen auf die jeweilige Nutzungssituation und -verfassung des Konsumenten einzugehen und die Inhalte adäquat und innovativ für die mobile Nutzung aufzubereiten. Dann kann man auch eine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit und Nutzer-Aktivierung erreichen. Und schon heute gibt es Marken, die mehr mobile als stationäre Internetnutzung haben – der Durchbruch der Gattung Mobile ist also längst da!

Adrian Kielich, Head of Mobext Deutschland, Havas

Adrian Kielich, Head of Mobext Deutschland Havas
Adrian Kielich, Head of Mobext Deutschland Havas (Bild: Havas)
Erstens sollten wir Mobile nicht einfach als einen weiteren Kanal im Marketingmix sehen. Mobile sollte voll in die gesamte Kommunikationsstrategie integriert werden, die berücksichtigen muss, dass das Smartphone das persönlichste aller Devices ist. Wir verbringen mehr Zeit mit dem Smartphone als mit TV oder Desktop-Computer. Um den Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu gewinnen, müssen Marken strategisch über Mobile nachdenken, ihre Perspektive einnehmen und ihre Standort berücksichtigen, um einen Wert für den User zu schaffen. Das kann eine sinnvolle Lösung für ein Problem oder eine personalisierte  Unterhaltung des Nutzers sein, je nach Situation und Kontext. Marken müssen ihr Geschäft transformieren, um mit den Konsumenten Schritt zu halten, die sofortige Antworten auf ihre Fragen und umgehende Befriedigung ihrer Bedürfnisse durch ihr mobile Devices erwarten. Nur diejenigen Marken werden hier erfolgreich sein, die lernen, in den Mikro-Momenten die richtigen Antworten zu liefern.

Stefanie Krebs, Geschäftsführerin Plan.Net Technology

Stefanie Krebs, Geschäftsführerin Plan.Net Technology
Stefanie Krebs, Geschäftsführerin Plan.Net Technology (Bild: Plan.Net Technology)
Die aktuellen Zahlen der Agof zeigen: Die Nutzer für mobile Services sind da und die Angebote werden auch schon fleißig genutzt. Was fehlt? Vielen Unternehmen fehlt bislang eine mobile Strategie und ein Konzept für die neue mobile Welt. Aus unserer Sicht haben sich viele noch keine Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre Dienstleistung in die mobile Welt transformieren und welche Auswirkungen dies auf ihre Strategie, ihr Unternehmen und ihre Unternehmensprozesse hat. Denn klar ist: Es reicht einfach nicht aus, die Website „responsive“ zu machen oder die vorhandenen Services in eine App zu packen. Der Nutzer verlangt mehr!

Was ist zu tun? Unternehmen müssen sich die Frage stellen: "Welchen Mehrwert kann ein Service von mir für Nutzer auf dem Smartphone haben?" Und hier ist Umdenken gefragt. Denn es genügt nicht, vorhandene Services oder etablierte Prozesse zu adaptieren, sondern Unternehmen müssen endlich außerhalb der eigenen Grenzen denken. Sie müssen für ihre mobile Strategie überlegen, welche Angebote oder Services im mobilen Zusammenhang wirklich relevant sind. Der beste neue Service ist im Idealfall eine Erweiterung oder Neudefinition des vorhandenen Geschäftes. Ist das geschehen, ist es unabdingbar, bei der Umsetzung einen "Mobile first"-Design-Ansatz zu wählen. Dies stellt sicher, dass an allen Punkten der Entwicklung die mobile Nutzung im Vordergrund steht. Außerdem versteht sich von selbst: Diese mobile Nutzung sollte schnell und einfach möglich sein.

Andre Krämer, Sales Manager Mobile IQ Digital

Andre Krämer, Sales Manager Mobile, IQ Digital
Andre Krämer, Sales Manager Mobile, IQ Digital (Bild: IQ Digital)
Die jüngst veröffentlichten AGOF digital facts verdeutlich nochmals, dass mobile als Touchpoint im Rahmen der Markenkommunikation unverzichtbar geworden ist. Damit sich die mobilen Werbespendings weiter der Nutzung angleichen, bedarf es Anstrengungen innerhalb verschiedener Bereiche. Mobile Kampagnen und besonders der Einsatz von HTML5 bieten ganz aktuell die Möglichkeit, mit innovativen Kreationen – speziell in Bezug auf Branding-Kampagnen – herauszustechen. Hier können wir uns in den nächsten Monaten auf spannende und innovative Umsetzungen freuen. Vermarkter stehen in diesem Zusammenhang  in der Pflicht, die entsprechenden Rahmenbedingungen für mobile Werbung zu setzen, damit dessen Akzeptanz nicht zum Beispiel durch Formate, die große Datenvolumina binden oder das Nutzungserlebnis auf MEWs und Apps erheblich beeinflussen, geschädigt wird. Vor allem aufgrund der nicht nur räumlichen Nähe mobiler Endgeräte zum Nutzer, gilt es besonderes Fingerspitzengefühl zu beweisen. Wir schaffen diese Rahmenbedingungen bzw. entwickeln diese kontinuierlich weiter. Diese werden aktuell insbesondere seitens innovationsfreudiger Kunden, die bereits über entsprechende mobile Strategien verfügen, genutzt.

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