Umbau Nordpol verpasst sich eine neue Struktur

Donnerstag, 22. Mai 2014
Das erweiterte Führungsteam von Interpol Studios (Foto: Agentur)
Das erweiterte Führungsteam von Interpol Studios (Foto: Agentur)

Die Agentur Nordpol stellt sich neu auf. Anfang Juni geht die Firma Interpol Studios an den Start. Sie bildet die Dachgesellschaft für sämtliche Aktivitäten der Gruppe. Gleichzeitig wird das Angebot erweitert: Die Kernagentur Nordpol bildet künftig nur noch einen von mehreren Ablegern - wenn auch den nach wie vor größten. Interpol Studios agiert mit mehreren Tochtergesellschaften und Units für unterschiedliche Disziplinen (siehe Kasten). Sie sollen eigenständiges Geschäft betreiben, aber auch eng zusammenarbeiten und gemeinsam Projekte realisieren. Das Modell, mit mehreren Firmen unter einem Dach zu arbeiten, ist nicht neu. Auch andere Agenturen sind so aufgestellt. Bei einigen geht der Trend inzwischen wieder zur Reintegraton, weil die Kooperation oft nicht klappt.

Das weiß man auch bei Interpol Studios - und will es besser machen. "Unser Ziel ist es, die Disziplinen einerseits in ihrer vollen Stärke zur Geltung kommen zu lassen und gleichzeitig im interdisziplinären Prozess vollkommen neue Lösungen zu entwickeln", erklärt Kreativchef Lars Rühmann den Anspruch. Silo-Denken soll dadurch verhindert werden, dass die Mitarbeiter nie nur in einem Bereich tätig sind.

Interpol Studios

Folgende Firmen und Units gehören zur Gruppe:

- Nordpol (Kommunikation)

- Neopol/I-Pol (Digital)

- Metapol (Architektur)

- Dipol (Design)

- Polypol (Film)

- X-Pol (Strategieberatung)

- Penpol (Redaktion)

- Stereopol (Musik)

- 10. Längengrad (Kunst)

- Circus Polaris (Veranstaltungen)


Von dem Umbau erwarten sich die Verantwortlichen nicht zuletzt wirtschaftliche Impulse. Bislang hatte sich die Agentur eine Wachstumsschranke bei 35 bis 40 Mitarbeitern gesetzt. Diese wird nun auf 50 erhöht - für die Kernagentur Nordpol. Für die einzelnen Disziplinen und die dort aktiven Tochterfirmen gibt es keine Beschränkungen. Hoffnungen richten sich unter anderem auf den Bereich Architektur. Der Ableger Metapol hat zusammen mit dem Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner ein neuartiges Fußballstadion ("Supra-Stadio") konzipiert.

Derzeit laufen Gespräche mit Vereinen in Italien und England. Zudem gibt es Kontakt nach Russland und Katar, wo 2018 beziehungsweise 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. "Unser Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren mehrere Planungsaufträge für das Supra-Stadio zu bekommen und möglichst bis 2018 das erste zu bauen", sagt Nordpol-Partner Manfred Schüller. Um die Vermarktung kümmert sich eine eigene Gesellschaft, an der auch die Sportmarketingfirma T21 der beiden Ex-Fußballprofis Jens Jeremies und Jürgen Milewski beteiligt ist.

Parallel zur Neuaufstellung erweitert Interpol Studios den Gesellschafterkreis. So werden langjährige Mitarbeiter aus der bisherigen zweiten Reihe beteiligt. Insgesamt sind 10 Prozent der Anteile dafür reserviert. Hauptgesellschafter bleiben die beiden Gründer Rühmann und Mathias Müller-Using. Unternehmensberater Roland Berger hält 20 Prozent, darüber hinaus sind die Partner Robin Houcken und Schüller beteiligt. Zusammen mit den Gründern führen die beiden die Geschäfte von Interpol Studios. mam
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