Umbau Group M legt Maxus und MEC zusammen

Donnerstag, 01. Juni 2017
Group-M-Chef Kelly Clark
Group-M-Chef Kelly Clark
© Group M
Themenseiten zu diesem Artikel:

Group M Maxus MEC WPP Essence Digitalgeschäft Mediaagentur


Der Werberiese WPP baut bei seiner Media-Holding Group M radikal um. Betroffen sind vor allem die globalen Mediaagenturnetzwerke MEC und Maxus, die ihre Eigenständigkeit verlieren und zusammengelegt werden. Während im klassischen Media-Business gespart wird, soll im Digitalgeschäft ordentlich draufgesattelt werden. Davon profitieren soll vor allem die Agentur Essence.
Die Agentur Essence Digital, der beste Geschäftsbeziehungen zu Google nachgesagt werden, war Ende 2015 von der weltgrößten Werbeholding WPP übernommen worden. Seitdem war die Agentur Teil der Group-M-Familie, deren prominenteste Mitglieder neben Mediacom, Mindshare und der Audience-Buying-Plattform Xaxis bislang eben auch Maxus und MEC waren. Doch mit der Eigenständigkeit der beiden Mediaagenturen ist es bald vorbei. Wie die Group M mitteilt, sollen Maxus und MEC zu einer neuen Agenturmarke verschmelzen, die neben dem klassischen Media-Geschäft auch die Disziplinen Content und Technologie abdecken soll. Mit dem Umbau will der seit Ende 2016 amtierende Group-M-Chef Kelly Clark vor allem den Service für die Kunden verbessern. Die Fusion werde die Agentur innovativer, schneller und fokussierter machen, so Clark. 

Group M startet M-Platform
Bild: Group M

Mehr zum Thema

M-Platform Group M baut eine neue Super-Unit

Mit der Verschmelzung von Maxus und MEC entsteht ein echtes Schwergewicht: Wie Analyst Brian Wieser von der Pivotal Research Group errechnet hat, entsteht mit der Fusion die nach Mitarbeiterzahl drittgrößte Media-Agentur nach OMD aus der Omnicom-Holding und Carat (Dentsu). Laut Group M wird das unter dem Dach der neuen Agentur gebündelte Geschäft milliardenschwer sein. 

Für die Agenturmarken Maxus und MEC war es das dann. Wie eine  Sprecherin auf Anfrage von HORIZONT Online bestätigt, werden die Agenturnamen weltweit in der Versenkung verschwinden. Einzige Ausnahme ist Indien. Hier soll Maxus aufgrund der "spezifischen Marktgegebenheiten vorort" erhalten bleiben. Während mit dem bisherigen MEC-CEO Tim Castree schon ein Chef für die neue Einheit berufen wurde, steht der Name noch nicht fest. Laut der Sprecherin sollen Details zur Strategie sowie der Name in Kürze präsentiert werden. 

Group-M-Manager Matthias Brüll und Jürgen Blomenkamp
Bild: Group M

Mehr zum Thema

Nach dem Aus von CEO Matthias Brüll Wie geht es weiter bei Group M?

Mit dem Umbau reduziert die Group M ihre global tätigen Media-Networks auf drei - nämlich Mindshare, Mediacom und die noch namenlose neue Agentur. Daneben soll mit Essence eine "innovative Digital-First-Agentur" als vierte Säule von Group M entstehen - und zwar weltweit, also auch in Deutschland.

Die hiesigen Wettbewerber werden das mit Spannung verfolgen, denn die Pläne von Group M sind durchaus ambitioniert. So soll Essence zusätzliche  Kapazitäten im Bereich des klassischen Mediageschäfts sowie der Kreation erhalten. Laut der Sprecherin ist geplant, dass Spezialisten aus dem gesamten Group-M-Network zu Essence wechseln, auch von Maxus. Ziel sei es, dass zeitnah verschiedene Group-M-Kunden von Essence betreut werden.

In Deutschland hat Group M in den vergangenen Monaten ebenfalls für Schlagzeilen gesorgt. Im Mittelpunkt stand Matthias Brüll. Erst hieß es, der Deutschlandchef von Group M wolle ins Lager der Inhaberagenturen - namentlich zu Mediaplus - wechseln. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen heuert Brüll nun wie berichtet als EMEA-Chef bei MEC an - ausgerechnet bei der Agentur, die nun mit Maxus verschmilzt. Damit braucht Group M nicht nur einen neuen Deutschland-Chef, was in diesen unruhigen Zeiten sicherlich keine geringe Herausforderung ist. Auch die Frage, welchen Job Brüll denn nun übernimmt, ist eine durchaus spannende. mas
Meist gelesen
stats