Trotz Olympia Group M senkt Werbekonjunktur-Prognose für 2016

Dienstag, 02. August 2016
Die Olympischen Spiele lassen den Werbemarkt offenbar nicht so stark anziehen wie erhofft
Die Olympischen Spiele lassen den Werbemarkt offenbar nicht so stark anziehen wie erhofft
Foto: Marchello74 / Fotolia / Montage: HORIZONT

Die Mediaagenturgruppe Group M sagt für dieses Jahr ein Netto-Wachstum von 4,0 Prozent bei den weltweiten Gesamtaufwendungen für Marketingdienstleistungen voraus. Damit muss die WPP-Tochter ihre bisherige Prognose um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigieren. Grund sei das verlangsamte Wachstum in China und Brasilien - trotz der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.
Denn politische Unruhen sowie verlangsamtes Wachstum bei Arbeitsplätzen, Löhnen und Produktivität wirken sich negativ auf den Werbemarkt im Gastgeberland der Olympischen Spiele aus. Für den brasilianischen Markt prognostiziert Group M am Ende des Jahres daher nur noch ein Plus von einem Prozent, nachdem zuvor von sieben Prozent die Rede gewesen war. Die Marketingaufwendungen in China sollen derweil um 6,6 Prozent wachsen (nach unten korrigiert von 9,1 Prozent), "da sich die Verlangsamung bei Anlageinvestitionen und Gewinnen auf die Kundennachfrage auswirkt", wie Group M mitteilt.
(Bild: Group M)
In den USA hingen soll das Anzeigenwachstum 3,1 statt der zuvor prognostizierten 2,7 Prozent betragen. Grund hierfür sei der stabile TV-Markt mit den besonders aktiven Bereichen Politik (aufgrund des diesjährigen Präsidentschaftswahlkampfs), FCMG und pharmazeutische Produkte. Der am schnellsten wachsende Markt bleibt Indien. Laut den Schätzungen von Group M ist der Subkontinent auf dem besten Weg, 2018 der zehnte Anzeigenmarkt mit jährlichen Investitionen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar zu werden. In Russland werden 
die Investitionen in Anzeigen 2016 voraussichtlich um 7,8 Prozent steigen. Auch in Deutschland registriert Group M einen robusten TV-Markt, dessen Erlöse in diesem Jahr vor allem dank der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen zwischen 2 und 4 Prozent wachsen sollen. Während Print in absoluten Zahlen und gemessen am Marktanteil weiter im Rückzug begriffen ist, werden zusätzliche Gelder in Pre- und Mid-Rolls fließen. Im Online-Bereich rechnet Group M zudem für das letzte Quartal des laufenden Jahres, spätestens aber im nächsten Jahr, mit dem endgültigen Durchbruch des Programmatic Advertising.
Die Werbekonjunktur in Deutschland laut GroupM-Prognose (Zum Vergrößern anklicken)
Die Werbekonjunktur in Deutschland laut GroupM-Prognose (Zum Vergrößern anklicken) (Bild: Group M)
Im kommenden Jahr werden die Ausgaben für Werbung laut Group M um 4,3 Prozent auf 552 Milliarden US-Dollar zulegen. Zusammen mit anderen Marketingdienstleistungen wie PR, Direct und Sponsoring werden die Gesamtinvestitionen in Marketing weltweit zum ersten Mal jenseits der Marke von 1 Billion US-Dollar liegen. Auch der deutsche Markt wird voraussichtlich stabil bleiben bzw. leicht wachsen. ire
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