Trotz Award-Pause Warum Jung von Matt doch beim ADC mitmacht

Mittwoch, 10. Mai 2017
Götz Ulmer ist Kreativ-Vorstand bei Jung von Matt
Götz Ulmer ist Kreativ-Vorstand bei Jung von Matt
Foto: Cecil Arp
Themenseiten zu diesem Artikel:

Jung von Matt Kreativwettbewerb ADC JvM


Für eine Agentur wie Jung von Matt sind Regeln dazu da, um gebrochen zu werden. Das gilt auch in eigener Sache. Erst kippte JvM ihr ungeschriebenes Gesetz, niemals für eine politische Partei Werbung zu machen: Sie arbeitet für die CDU. Jetzt folgt der nächste Regelbruch: In ungeraden Jahren nimmt die Agentur nicht mehr an Kreativwettbewerben teil. Von wegen!

Aufmerksame Leser des HORIZONT Kreativradars werden bereits bemerkt haben, dass die Agenturgruppe dort auf Platz 14 steht und in dieser Saison bereits fünf Kreativpreise abgeräumt hat. Beim diesjährigen ADC-Wettbewerb kommen garantiert noch ein paar hinzu – die Gewinner standen bis Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.

"Solange wir weit abgeschlagen landen, ist alles okay", erklärt Kreativ-Vorstand Götz Ulmer. Eine solche Aussage ist man von der ewig unzufriedenen Agentur wahrlich nicht gewöhnt. Ulmer klärt auf: "Es gibt dieses Jahr tatsächlich ein paar Ausnahmen von unserer Regel, nur noch alle zwei Jahre an Award Shows teilzunehmen. Wir haben beispielsweise unsere Arbeiten rund um die Eröffnung der Elbphilharmonie eingereicht. Da sind ein paar tolle Sachen dabei. Nächstes Jahr wäre das Ding in seiner Gesamtheit ein alter Hut. Wir wollten dem Team aber nicht die Chance nehmen, sich damit dem kreativen Wettbewerb zu stellen."

Außerdem gebe es Kunden, die darauf drängten, dass ihre Arbeiten bei Kreativwettbewerben zu sehen seien. Otto gehört beispielsweise dazu. Ausnahme Nummer drei sind Filmproduktionen, die von sich aus in Craft-Kategorien einreichen, um beispielsweise ihren Regisseur zu pushen. Auch in solchen Fällen steht die Agentur üblicherweise mit in den Credits – ob sie will oder nicht.

Ulmer nimmt es gelassen. Die Tatsache, dass es die erfolgsverwöhnte Agentur mit ihrer Award-Pause nicht mehr so genau nimmt, könnte auch Indiz dafür sein, dass dieses Prozedere über kurz oder lang abgeschafft wird. Ohnehin war aus internen Kreisen schon öfter zu hören, dass die Mitarbeiter darauf keine Lust mehr haben. Verständlich, denn für die meisten Top-Kreativen sind Preise das Salz in der Suppe und gehören als "Zusatzhonorar" einfach zum Job dazu. bu

Meist gelesen
stats